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Dylans „Blood On The Tracks“ : Lieder nach dem Ende der Liebe

  • -Aktualisiert am

Arbeit am Mythos: Bob Dylan während der Zeit, in der eines seiner berühmtesten Alben entstand. Bild: Sony Music

Bob Dylans „Blood On The Tracks“ ist eines der großen Werke der Popmusik. Braucht man es jetzt als Teil der stetig weiterwuchernden „Bootleg Series“, um die ganze Entstehungsgeschichte des Albums nachzuvollziehen?

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          Seit fast fünfundvierzig Jahren ist Bob Dylans Album „Blood On The Tracks“ beliebtes Kanonfutter, ein „Ulysses“ des Pop, ein „Citizen Kane“ des Rock, sein Autor unser Shakespeare, Beethoven, Picasso. Nun wird diesem Meisterwerk im Rahmen der stetig weiterwuchernden „Bootleg Series“ ein medialer Prachtbau errichtet, bestehend aus entweder einer sechs CDs umfassenden Box samt Buch, einer Doppel-LP oder einer simplen CD, allesamt angefüllt mit dem Besten von den Resten jener sechs Tage im Herbst und Winter 1974, an denen ein noch junger Bob Dylan herauszufinden suchte, was noch möglich sei für ihn, den vermeintlich Frühvollendeten.

          Bevor ich jedoch das Tor zu diesem „Blood On The Tracks“-Annex aufstoßen möchte, hier ein paar Anmerkungen zu den vom vermeintlichen Geschenk an den Fan zu einer hypertrophen Form der Dylanologie, zu einem Komplettistengeschwür mutierten „Bootleg Series“ sowie eine rasche Wiederbegehung des zehn Songs umfassenden Original-Albums.

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