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Deutscher Jazz-Sänger : Roger Cicero mit 45 Jahren gestorben

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Durch Bigband-Jazz mit frechen Texten ist er bekannt geworden und trat mit „Frauen regier’n die Welt“ 2007 beim Eurovision Song Contest an. Im April wollte er seine krankheitsbedingt unterbrochene Tournee fortsetzen. Jetzt ist Roger Cicero im Alter von 45 Jahren gestorben.

          Roger Cicero ist tot. Der 45 Jahre alte Jazz-Sänger sei bereits am vergangenen Donnerstag an einem Hirninfarkt im Kreise seiner Familie gestorben, wie sein Management an diesem Dienstag mitteilte.

          Am 6. Juli 1970 als Sohn einer Tänzerin und eines Jazzpianisten geboren, erhielt Roger Cicero bereits im Alter von vier Jahren Klavierunterricht. Bald erweiterte er sein musikalisches Spektrum noch um Gitarre und Gesang. Bereits mit zwölf hatte der Junge einen Auftritt im Vorprogramm der Chansonsängerin Helen Vita.

          Im Mai 2007 bei der Generalprobe zum Eurovision Song Contest in Helsinki Bilderstrecke

          Nach seiner Schulzeit, die er vor dem Abitur abgebrochen hatte, absolvierte er eine Gesangs-, Klavier- und Gitarrenausbildung in Trossingen. Ab 1991 studierte er Musik im holländischen Hilversum. Bereits mit 20 Jahren absolvierte er einige Auftritte mit dem Rias-Tanzorchester unter Leitung von Horst Jankowski. Er spielte als Solist im Bundesjugendjazzorchester, mit der Berliner Band Soulounge veröffentlichte er die Alben „The Essence Of A Live Event“ (2003) und „Home“ (2004) und nahm mit dem Ensemble 2003 am Montreux Jazzfestival teil.

          In Mannschaftsstärke zum Eurovision Song Contest

          Der deutschlandweite kommerzielle Durchbruch gelang Roger Cicero mit seinem ersten Soloalbum „Männersachen“ im Mai 2006, mit dem er sich weit von den in Mode gekommenen Frank-Sinatra-Kopien abhob. Nur eine Cover-Version ist auf dem Album enthalten, nämlich die deutsche Fassung von „Fly Me To The Moon“. Die Platte mit witzigen deutschen Texten zu Jazz-, Soul- und Swingklängen kam auf Rang 25 der deutschen Albumcharts – für den in der breiten Masse relativ unbekannten Interpreten ein Riesenerfolg.

          Im Februar 2007 erhielt Roger Cicero vor den Konkurrenten Bela B., Sven Regener und Jan Delay einen „Echo“ in der Kategorie „Künstler Rock/Pop National“. Im März wurde er für den deutschen Vorentscheid für den „Eurovision Song Contest“ ausgewählt und setzt sich dort mit dem Titel „Frauen regier'n die Welt“ gegen Heinz Rudolf Kunze und die Castingband Monrose durch. Mit seiner elfköpfigen Swingband erreichte er in Helsinki allerdings nur einen enttäuschenden 19. Platz. Sein neues Album „Beziehungsweise“ folgte im Oktober 2007, „Artgerecht“ im April 2009.  An das Album „In diesem Moment“, veröffentlicht im Herbst 2011, folgte eine Tournee mit mehr als dreißig Konzerten in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

          Auf seinem im Oktober veröffentlichten Album „The Roger Cicero Jazz Experience“ spielte Roger Cicero lediglich in Quartett-Besetzung ein. Der Sänger hatte im November wegen eines akuten Erschöpfungssyndroms mit Verdacht auf Herzmuskelentzündung seine Konzerttermine bis Ende 2015 abgesagt. Sowohl mit dem Quartett als auch mit einem großen Sinatra-Programm wollte er im April auf die Bühne zurückkehren.

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