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Dolores O’Riordan : Cranberries-Sängerin ist tot

  • Aktualisiert am

Dolores O’Riordan im Jahr 2016. Bild: AFP

Dolores O’Riordan, die Sängerin der irischen Rockgruppe The Cranberries, ist im Alter von 46 Jahren überraschend gestorben. Sie bleibt den meisten mit einem Song in Erinnerung, der durch Mark und Bein geht: „Zombie“.

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          Die als Frontfrau und Songschreiberin der irischen Rockgruppe The Cranberries bekannte Sängerin Dolores O'Riordan ist tot. Sie starb im Alter von 46 Jahren in London, wie die Band am Montag mitteilte.

          Dolores O'Riordan sang in Kirchenchören und in Kneipen, bevor sie zu der Folk-Rock-Band aus Limerick stieß. Sie entstammte einer katholischen Familie und war das jüngste von sieben Kindern. 1993 gelang der Band der internationale Durchbruch mit der Single „Linger“, vor allem in den Vereinigten Staaten, während man in Großbritannien von der Gruppe kaum Notiz nahm. Der Nachfolger „No need to Argue“ wurde sogar noch erfolgreicher. Das etwas aus dem Rahmen fallende „Zombie“ mit seinen harten Gitarren verschaffte den Cranberries den ersten Nummer-eins-Hit in Deutschland.

          Für viele blieb das Lied vor allem wegen O'Riordans Gesangs („In your head, in your head / zombie, zombie“) ein Ohrwurm. In dem Song geht es um den jahrzehntelangen blutigen Nordirlandkonflikt, der erst ein Jahr davor mit einem Waffenstillstand ein vorläufiges Ende gefunden hatte. Die wehklagende Stimme O'Riordans schien nicht nur auf der von der Gewalt zermürbten irischen Insel einen Nerv zu treffen.

          „Viele Menschen finden, dass meine Stimme einzigartig ist. Als junger Mensch erkennt man das nicht“, sagte O'Riordan einmal in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. „Ich bin gesegnet damit.“

          Das Nachfolge-Album „To the Faithful Departed“ (1996) hatte es bei Kritik und Publikum schwerer. Dolores und ihr Mann Don Burton, der gleichzeitig Tourmanager der Band war, wurden im November 1997 Eltern eines Sohnes. 2003 ging die Band im Vorprogramm der Rolling Stones auf Tournee und arbeitete an einem neuen Album, dessen Veröffentlichung für 2004 geplant war.

          Aufgrund persönlicher Umstände – O'Riordan wollte sich mehr ihren kleinen Kindern widmen, außerdem verstarb ihre Schwiegermutter – sah sich die Frontfrau jedoch nicht mehr in der Lage, auf der Bühne zu stehen und Musik zu machen, so dass die Band sich auflöste. Die Sängerin kümmerte sich von da an ausschließlich um ihre Kinder und betrieb die Musik nur noch als Hobby. Später veröffentlichte Dolores O'Riordan zwei eigene Alben, auf denen sie die Erlebnisse der vergangenen Jahre verarbeitete. Erst im Jahr 2012 kam es nach einer gemeinsamen Tour zu einer Reunion der Cranberries. Das in diesem Jahr erschienene Album „Roses“ zeigte sich deutlich poppiger als seine Vorgänger.

          Dolores O'Riordan starb nun völlig überraschend, während sie für Aufnahmen in London war. Ihre Familie sei „am Boden zerstört“, teilte das Management der Band mit und bat um Beachtung der Privatsphäre.

          Irlands Präsident Michael D. Higgins sagte, Dolores O'Riordans Tod sei ein „großer Verlust“ für alle, die „irische Musik, irische Musiker und die darstellenden Künste verfolgen und unterstützen“. „Wir sind bedrückt, die Nachrichten vom Tod Dolores O'Riordans zu hören. Unsere Gedanken sind bei ihrer Familie in dieser schrecklichen Zeit“, teilte die englische Pop-Band Duran Duran mit.

          Im April des vergangenen Jahres hatten die „Cranberries“ ihre jüngste Platte „Something Else“ veröffentlicht. Eine geplante Tournee hatte die Band aber wegen Rückenproblemen O'Riordans kurzfristig absagen müssen. Das schien sich zu Ende des Jahres gelegt zu haben. Noch kurz vor Weihnachten hatte die Sängerin auf der Facebook-Seite der Band mitgeteilt, wie sehr ihr das Auftreten Freude mache. „Fühle mich gut!“, schrieb sie. Dolores O`Riordan hinterlässt drei Kinder.

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