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„Gangsta's Paradise“ : Rapper Coolio mit 59 Jahren gestorben

  • Aktualisiert am

Der Interpret „Gangsta’s Paradise“, der Rapper Coolio, ist mit 59 Jahren in Kalifornien gestorben. Bild: dpa

Der Rapper Coolio war in seiner Szene eine große Figur. Sein Song „Gangsta’s Paradise“ war das erste Rap-Stück, das in deutschen Hitparaden auf Platz eins landete. Nun ist der Musiker in Los Angeles gestorben.

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          Der amerikanische Rapper Coolio, der in den 1990er Jahren mit dem Hit „Gangsta's Paradise“ bekannt wurde, ist tot. Er sei nach Angaben seines Managers Jarez Posey am Mittwochnachmittag (Ortszeit) in Los Angeles gestorben, berichtete der Sender CNN. Posey teilte laut „TMZ.com“ mit, der Musiker sei im Haus eines Bekannten zusammengebrochen. Der Grammy-Preisträger wurde 59 Jahre alt.

          Der Tod des Rappers löste in der Musikszene Bestürzung aus. „Friedliche Reise, Bruder“, schrieb der Schlagzeuger und Rap-Musiker Questlove auf Instagram. Dies sei eine „traurige Nachricht“, postete der Rapper Ice Cube auf Twitter. Er habe selbst den Aufstieg von Coolio an die Spitze der Branche miterlebt.

          Coolio startete seine Karriere im kalifornischen Compton, einem Stadtteil von Los Angeles, der eine Reihe großer Westcoast-Rapper wie Dr. Dre oder Ice Cube hervorbrachte. Der Musiker landete 1995 mit „Gangsta's Paradise“ einen Nummer-Eins-Hit. Der Song, der auch auf dem Soundtrack des Films „Dangerous Minds“ vertreten war, brachte ihm einen Grammy ein. Erfolg hatte Coolio auch mit Stücken wie „Fantastic Voyage“ und „I Remember“. Er wirkte zudem in TV-Serien und Filmen wie „Batman & Robin“ und „Dracula 3000" mit.

          Geboren wurde Coolio am 1. August 1963 unter dem bürgerlichen Namen Artis Leon Ivey jr. in Compton. Das Viertel von Los Angeles war von Bandenkriminalität beherrscht. Drogen und Musik gehörten zum Alltag. Der junge Coolio machte seit seinem zwölften Lebensjahr Musik. Nach seinem angeblichen Ausstieg aus einer Gang (mit 15 Jahren) wurde die Musik sein Lebensinhalt. Ihn faszinierte insbesondere der Rap. Er überwand seine Kokainsucht und  fand solide Jobs. Vor seinem musikalischen Durchbruch arbeitete er als Feuerwehrmann. Gleichwohl kam Coolio auch später noch wegen illegalen Drogen- und Waffenbesitzes mit dem Gesetz in Konflikt. Auch in Deutschland stand er 1998 vor Gericht. Damals wurde er wegen Beihilfe zu Raub und Körperverletzung zu sechs Monaten auf Bewährung und zu einer Geldstrafe verurteilt.

          Als Musiker etablierte sich Coolio Anfang der neunziger Jahre. Mit seinem Freund DJ Bryan Wino Dobbs nahm er 1993 seine erste Platte auf. Der ersten Single („County Line“) folgte 1994 das erste Album. „It Takes A Thief“ verkaufte sich mehr als eine Million Mal. Die Auskopplung „Fantastic Voyage“ stieg in den Hitparaden auf Platz drei. Damit etablierte sich Coolio in der Rap-Szene.

          Ein Stück von Stevie Wonder

          Seine Texte sind, im Gegensatz zu denen manch anderer im Rap, weniger gewaltverherrlichend oder frauenfeindlich. Coolio orientierte sich am Funk der siebziger Jahre, unter anderem an Stevie Wonder. In seinem Hit „Gangsta's Paradise“ verwendete Coolio denn auch ein Sample des Stevie-Wonder-Stücks „Pastime Paradise“, von dem kaum jemand Notiz genommen hatte. Nun allerdings wurde der Song der Titelhit des Michelle-Pfeiffer-Films „Dangerous Minds“ und verkaufte sich weltweit 17 Millionen Mal. Coolio erhielt für seine Neuinterpretation des Songs 1996 den Grammy. In Deutschland schaffte der Song den Sprung auf Platz 1 der Hitparaden, es war der erste Rap-Song, dem dies gelang.

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