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Prozess gegen Bushido : Hast du Töne?

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Vor dem Bundesgerichtshof sah es gut für ihn aus: Bushido Bild: dpa

Der Rapper Bushido muss sich gegen den Vorwurf wehren, er habe bei einigen seiner Lieder abgekupfert. Vor dem Bundesgerichtshof hat er nun einen Sieg errungen. Ist er damit aus dem Schneider?

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          Der Prozess über die Plagiatsvorwürfe gegen den Berliner Rapper Bushido muss neu aufgerollt werden. Der Bundesgerichtshof hob am Donnerstag ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg auf und verwies den Fall zur Prüfung dorthin zurück. Das OLG muss abermals prüfen, ob der Rapper für einige seiner Lieder unberechtigt Musik der französischen Band Dark Sanctuary verwendet hat. Zugleich wies der BGH die Klagen von drei Bandmitgliedern ab. Nur die Klage des Komponisten blieb bestehen.

          Die Gruppe wirft Bushido vor, für 13 Titel unberechtigt Tonfolgen ihrer Lieder übernommen zu haben. Ihre Klage war in den Vorinstanzen überwiegend erfolgreich gewesen, woraufhin Bushido in Revision gegangen war. Beim BGH errang er einen wichtigen Etappensieg.

          Ein Sachverständiger muss her

          So muss das Oberlandesgericht durch einen Sachverständigen prüfen, ob der Rapper die Urheberrechte der Band verletzt hat. Zuvor hatten die Richter dies allein aufgrund ihrer „eigenen Sachkunde“ bejaht. Nur ein in Musikbelangen versierter Sachverständiger könne beurteilen, ob die Musiksequenzen schützenswert seien, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Büscher. Die Band wirft dem Rapper vor, Tonfolgen ihrer Lieder von etwa zehn Sekunden Länge genommen und ständig wiederholt zu haben. Anschließend habe er die so entstandene Melodie mit einem Schlagzeug-Beat verbunden und seinen Sprechgesang aufgenommen, sagte der Anwalt der Band in Karlsruhe.

          Die Klage von drei Textern wies der BGH ganz ab: Sie seien in ihren Urheberrechten nicht verletzt, da kein Text übernommen worden sei. Die Band fordert für die mutmaßliche Rechtsverletzung auch Schadensersatz und Schmerzensgeld. Bushido habe die betreffenden Alben bis zu 200.000 Mal verkauft, sagte der Anwalt der Gruppe.

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