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Britney Spears : Die dunkle Seite des Pop

Ein normales Leben wäre ein Anfang, dann heiraten und ein Baby: Britney Spears und Sam Asghari, seit fünf Jahren ein Paar. Bild: Picture-Alliance

Britney Spears will sich endlich ihr Leben zurückholen. Ihre Aussagen vor Gericht sind erschütternd, aber sie ist kein Einzelfall. Die Pop-Industrie meint es nicht gut mit ihren weiblichen Stars.

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          Bisher hatte man die Argumente der #freebritney-Bewegung als Verschwörungstheorien abtun können. Der Instagramkanal der Sängerin, auf dem sie vor allem Tanzvideos und aus dem Internet zusammenkopierte Wohlfühlbilder mit motivierenden Sprüchen und kryptischen Emoji-Konglomeraten veröffentlicht, soll ein versteckter Hilfeschrei sein? Man habe die anonyme Sprachnachricht eines angeblichen Anwalts vorliegen, Britney Spears sei gegen ihren Willen in einer Klinik festgehalten worden? Die Fans nahmen all das durchaus ernst, sie forderten im Internet und auf Demonstrationen Freiheit für ihr Idol Britney Spears. Und all das konnte man bis Mittwoch noch putzig finden. Nun hat Britney Spears telefonisch vor Gericht ausgesagt, die abgelesene Rede ist im Internet zu hören – und es ist alles noch viel schlimmer. Spears klingt aufgeregt, sie spricht zu schnell, die Richterin bittet sie, langsamer vorzutragen, und man ahnt: Da liest jemand förmlich um sein Leben. Britney Spears befindet sich seit dreizehn Jahren unter der Vormundschaft ihres Vaters, hat keine Kontrolle über ihre Karriere oder ihren Körper und klagt nun dagegen.

          Andrea Diener
          Redakteurin im Feuilleton.

          Die Behandlung von weiblichen Stars von Presse, Öffentlichkeit und Management ist die dunkle Seite der Popindustrie. Zum Glück wird neuerdings verstärkt darüber gesprochen. Viele der jungen Frauen stehen schon von Kindheit an vor der Kamera; Britney Spears begann ihre Karriere mit elf Jahren in der Sendung „The Mickey Mouse Club“ zusammen mit Christina Aguilera, Justin Timberlake und Ryan Gosling. Miley Cyrus schaffte ihren Durchbruch mit vierzehn Jahren, Schauspielerin Lindsay Lohan war zwölf, Taylor Swift veröffentlichte ihr Debütalbum mit siebzehn, Paris Hilton füllt die Klatschspalten, seit sie fünfzehn ist. Es sind Kinder, die vor den Augen der Öffentlichkeit erwachsen werden, in die Pubertät kommen, Grenzen austesten und Fehler machen. Das ist an sich schon keine besonders gesunde Konstellation.

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