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Brasilien : Das größte Stones-Konzert aller Zeiten

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Alo, Brasil Bild: AP

An Superlativen sind die Rolling Stones einiges gewöhnt. Das aber gab es noch nie: Ein Gratiskonzert der Band an der Copacabana verfolgten live rund 1,2 Millionen Zuschauer - mehr als je einen Auftritt zuvor.

          So ein großes Live-Publikum hatten die Rolling Stones noch nie: Bei einem Gratiskonzert am Strand von Copacabana hat die legendäre britische Band in der Nacht zum Sonntag (Ortszeit) mehr als eine Million Menschen in Ekstase versetzt. Nach Polizeischätzung versammelten sich 1,2 Millionen auf dem Sand.

          „Alo Brasil“, schrie Mick Jagger auf Portugiesisch zu Beginn der Mega-Musikveranstaltung in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro, die im Rahmen der Welttournee „Bigger Bang“ stattfand. Im Publikum gab es ebenso viele Kinder wie ältere Menschen. „Das erlebe ich nie mehr in meinem Leben“, meinte der Rentner und frühere Buchhalter Joao. Der 70jährige war mit Ehefrau Maria (65) gekommen. Sie ließen sich weder von der schwülen Nachthitze um die 35 Grad noch vom Verkehrschaos in der gesamten Stadt wegen des Konzerts abschrecken. Und hatten Grund zur Freude.

          Zuschauen vom Boot aus

          „Das war grandios!“, bilanzierte die Onlineausgabe der Zeitung „Estado de Sao Paulo“. Nachdem die vier Musiker die Bühne durch eine eigens für die Show konstruierte Fußgängerbrücke über die Avenue zwischen dem Ultraluxus-Hotel Copacabana Palace und dem Strand erreicht hatten, begann das Konzert mit dem Klassiker „It's Only Rock & Roll (But I Like It)“. Die Massen tanzten und sangen pausenlos. Tausende Menschen verfolgten die Show von den Balkonen der Wohnungen der Strandpromenade sowie von Booten und Schiffen auf dem Wasser aus - und vor dem Fernsehschirmen saß außerdem ein Millionenpublikum, denn das Konzert wurde vom Fernsehsender Globo live übertragen.

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          Die beste Sicht hatten allerdings die rund 7000 Gäste des VIP-Bereichs direkt vor der Bühne. Die „Normalsterblichen“ konnten das Konzert bestenfalls von einer Distanz von mindestens 75 Metern aus verfolgen. „Copacabana, das ist die beste Party der Welt“, beteuerte Jagger derweil auf der Bühne. Die Rolling Stones gaben 21 ihrer Songs zum Besten, darunter Hits wie „Jumpin' Jack Flash“, „Brown Sugar“, „Honky Tonk Women“ und „Sympathy for the Devil“. Vom neuen Album - dem ersten seit 1997 - wurden jedoch nur vier Lieder präsentiert.

          Zweitägige Busfahrten

          Das Konzert wurde standesgemäß mit „Satisfaction“ beendet. Die Zuschauer jubelten besonders lautstark, als Jagger die „Satisfaction“-Zugabe im T-Shirt mit der brasilianischen Fahne sang. Viele Fans, die aus dem Norden Brasiliens gekommen waren, hatten zweitägige Busfahrten in Kauf genommen. Probleme hatte das Publikum unter anderem mit der geringen Zahl improvisierter öffentlicher Toiletten entlang des Strandes. Es standen selten weniger als 15 bis 20 Menschen Schlange.

          Die Polizei meldete nur kleinere Zwischenfälle, wie etwa Diebstähle von Handys oder Geldbörsen. Rund 300 Menschen seien wegen Unwohlseins ambulant behandelt worden. Sechs Personen, die das Konzert auf einem Baum verfolgen wollten, wurden den amtlichen Angaben zufolge leicht verletzt, als der Ast, auf dem sie saßen, abbrach und sie aus sechs Metern Höhe zu Boden stürzten. Es gab auch einige Festnahmen wegen Drogenkonsums und Randale.

          In Rio sah Mick vor dem Konzert seinen Sohn Lucas Jagger nach langer Zeit wieder. Das Kind lebt in Sao Paulo bei der Mutter, Model und Fernsehmoderatorin Luciana Gimenez. Das Konzert kostete insgesamt etwa 4,6 Millionen Dollar. Die Stadt am Zuckerhut übernahm etwa ein Sechstel der Ausgaben. Der Rest wurde von Sponsoren - der Löwenanteil von zwei Mobilfunkanbietern - finanziert. Die Show soll bald als DVD herauskommen und ab dem 28. Februar in rund 200 Kinos der Vereinigten Staaten gezeigt werden. Nächste Station von „Bigger Bang“ ist die argentinische Hauptstadt Buenos Aires, wo die „rollenden Steine“ am Dienstag und Donnerstag auftreten.

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