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Black Sabbath im Interview : Alle trinken, nur ich nicht – das ist langweilig

  • Aktualisiert am

Altes Eisen: Die wiedervereinigten Black Sabbath bei einem Konzert in Kopenhagen, November 2013 Bild: AP

Wie gehen die drei älteren und nicht mehr kerngesunden Hardrocker von Black Sabbath eine Tournee an? Mit einer Platte im Rücken, die es sogar in Amerika auf Platz eins schaffte. Ozzy Osbourne und Tony Iommi fassen es nicht.

          Wie geht es Ihnen beiden?

          Osbourne: Großartig. Ich bin clean. Ich rauche nicht. Ich trinke nicht. Ich nehme keine Drogen. Ich nehme nur die Medikamente, die ich brauche, um am Leben zu bleiben. Ich will mich nicht umbringen. Doch, mir geht es sehr gut. Seit dem letzten Drink ist es neun Monate her.

          Und Sie, Mister Iommi, wie geht es Ihnen? Während der Aufnahmen zum neuen Black-Sabbath-Album „13“ wurde bei Ihnen Krebs erkannt, Sie mussten sich in Behandlung begeben. Fühlen Sie sich inzwischen wieder besser?

          Iommi: Es gibt gute Tage, und es gibt schlechte Tage. Aber ja, es geht mir schon besser.

          Wie sind Sie und der Rest der Band mit der Diagnose umgegangen?

          Iommi: Wir haben einfach weitergemacht. Die Band hat mir wirklich geholfen, das durchzustehen. Zusammen mit Ozzy und Geezer, das war einfach toll. Wir haben am neuen Material gearbeitet und viel gelacht. Wissen Sie, es ist sehr hilfreich, wenn du umgeben bist von Leuten, die du gern hast. Die Band. Meine Familie. Freunde. Nur so konnte ich das alles schaffen.

          Hat sich Ihre Erkrankung auf die Aufnahmen ausgewirkt?

          Iommi: Ich denke, es hat uns vielleicht sogar irgendwie angetrieben. Aber wir hatten mit den Aufnahmen schon angefangen, und wir hätten sie auch so zu Ende gebracht.

          Osbourne: Wir hatten ja in der Vergangenheit schon versucht, zusammen ein neues Album aufzunehmen. Es hat einfach nicht geklappt. Diesmal hatten wir sofort ein gutes Gefühl bei der Sache. Und dann war da diese Diagnose, und ich habe befürchtet, dass es wieder nicht klappen wird. Wir wussten, dass wir nicht noch mehr Zeit verschwenden durften. Jetzt oder nie.

          Hat Sie der Erfolg von „13“ überrascht?

          Osbourne: Ja. Wir hatten noch nie zuvor ein Nummer-eins-Album in Amerika. Niemals. Und jetzt waren wir in so vielen Ländern auf Nummer eins. In Amerika. In England. Ich kann immer noch nicht glauben, was zum Teufel da passiert ist.

          Sie haben gesagt, „13“ sei das wichtigste Album Ihrer Karriere.

          Osbourne: Der Grund, weshalb ich das gesagt habe, ist, dass die Leute so lange auf dieses Album gewartet haben. In dieser Zeit ist Black Sabbath größer und größer geworden. Viel größer, als ich es jemals geahnt hätte. Und dann willst du kein durchschnittliches Album abliefern, von dem die Leute sagen: Wir haben uns so viel erhofft, aber das ist nur Mist. Was ich also sagen will, ist, dass es genauso gut hätte anders kommen können: nicht auf Nummer eins, sondern straight down the toilet.

          Rick Rubin hat es produziert. Wie kam es dazu?

          Osbourne: Seit vielen Jahren sagt er schon: Wenn ihr wieder zusammenkommt, möchte ich euer Produzent sein. Ich dachte erst, das ist ein Witz. Wenn du die Möglichkeit hast, mit Rick Rubin ein Album aufzunehmen, machst du es.

          Brauchten Sie jemand, der von außerhalb kommt? Jemand, der frischen Wind in die Sache bringt?

          Osbourne: Es war nicht so einfach mit ihm. Rick hat uns richtig angestachelt. Ich habe meinen Part gesungen, immer und immer wieder. Und er hat gesagt: Das war verdammt toll, mach das noch mal. Ich dachte: Was? Wie kann das so toll sein, wenn du sagst, ich soll das noch mal singen? Aber so hat er das Beste aus uns herausgeholt.

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