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Punkmusiker im Gespräch : In meiner Zelle war ich freier als auf den Straßen

  • -Aktualisiert am

Rebell gegen die Gleichschaltung unter Präsident Lukaschenka: der belarussische Punkmusiker Igor Banzer Bild: Audiolith

Über Faschismus darf man in Belarus nicht reden, weil das Regime sich mitgemeint fühlt. Doch im Gefängnis werden Madonna, Kiss und Freddy Mercury gehört. Der aus der Haft entlassene belarussische Aktivist Igor Banzer berichtet.

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          Igor Banzer, Jahrgang 1980, ist ein polnisch-belarussischer Aktivist der Protestbewegung gegen Präsident Lukaschenka, Musiker und Journalist in Grodno im Westen von Belarus. Er gab die Zeitschriften für die Polen in Belarus „Magazyn Polski“ (Polnisches Magazin) und „Głos znad Niemna“ (Stimme über dem Neman) heraus. Außerdem ist er Gründer und Sänger der Streetpunk-Band „Mister X“. Im Oktober 2020 kam er wegen einer Tanzperformance für fünf Monate ins Untersuchungefängnis, wo er wegen der Haftbedingungen und der Repressionen allgemein in den trockenen Hungerstreik trat. Wir erreichen Banzer kurz nach seiner Entlassung per Videotelefonat. Er sitzt in einem Hinterhof in Grodno, die Fingernägel schwarzblau lackiert, auf seine Stirn sind die Worte: „No Gods, No Masters“ eintätowiert. Er wirkt zugleich erschöpft und aufgewühlt. Während des Gesprächs winken immer wieder junge Leute in die Kamera und stellen sich vor.

          Guten Tag, Herr Banzer. Wo befinden Sie sich derzeit?

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