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Beatles-Vinyl-Box : Endlich eine Plattensammlung zum Angeben

  • -Aktualisiert am

Auch in der Mono-Box: Mit dem Beatles-Album „Sgt. Pepper’s“ landete 1967 die Konzeptkunst in der Popmusik. Bild: Archiv

Wenn Sie von den Beatles schon alles auf CD haben, fehlt Ihnen möglicherweise noch eines: die acht Kilo schwere Mono-Box auf Vinyl. Es gibt keine wichtigere Anschaffung.

          Das Wichtigste vorweg: Ja, Sie brauchen die Beatles-Mono-Box auf Vinyl! Sie brauchen Sie unbedingt. Selbst, wenn Sie schon die Stereobox und die Mono-CD-Kollektion haben sollten und die amerikanische CD-Box und die alten Mono-Pressungen. Die Mono-Box wird Ihre letzte Anschaffung sein, danach brauchen Sie nichts anderes mehr von den Beatles. Möglicherweise überhaupt keine anderen Platten mehr. Wir haben es schließlich mit so etwas wie der historisch kritischen Werkausgabe der bedeutendsten Musikgruppe aller Zeiten zu tun.

          Dieser 8100 Gramm schwere Kasten kann als endgültiger Beweis dafür dienen, dass früher tatsächlich alles besser war. Auf jeden Fall waren die Beatles früher besser; aber erst heute, 44 Jahre nach ihrer Auflösung, kann man das wirklich hören.

          Damit Ihnen die Bedeutung und das Gewicht dieses Werks von Anfang an klarwerden, dürfen Sie sich die Mono-Box auf keinen Fall von einem dieser übel beleumundeten Versandunternehmen ins Haus liefern lassen. Bestellen Sie die Mono-Box beim örtlichen Vinyl-Händler Ihres Vertrauens, und seien Sie überrascht, wie schwer und unhandlich der Karton tatsächlich ist, den Ihnen der Mann (es ist immer ein Mann) auf die Theke wuchtet.

          Ich schleppte den Kasten zwei Kilometer weit vom Schallplattenladen bis zum Bahnhof, später noch zur S-Bahn und dann zum Bus. Obwohl es Mono-Aufnahmen waren, benutzte ich beide Arme, anders ging es einfach nicht.

          George Martin hieß Rüdiger

          Kommen wir zum unwichtigen Teil. Ich wollte eigentlich nie jemand anderes sein, nicht, weil ich besonders zufrieden mit mir war, sondern, weil ich mich mit mir halbwegs auskannte. Die Vorstellung, einen anderen darstellen zu müssen, auch wenn er schöner, reicher, erfolgreicher war, erschien mir beängstigend; aber eine Ausnahme gab es: Ich wäre gerne einer von den Beatles gewesen, egal, welcher. Gut, wenn ich jetzt die Wahl hätte, dann Paul oder Ringo, weil John und George sind ja schon tot. Mir ging es dabei nie um Ruhm, Reichtum und Erfolg; die hätte ich billigend in Kauf genommen. Mir wäre es um den ungeheuren Spaß gegangen, mit drei Kumpels die Popmusik zu erfinden, alles zum ersten Mal machen zu können. Das war kein besonders origineller Wunsch, irgendwann wollte jeder aus meiner Altersgruppe ein Beatle sein.

          Die Beatles hatten echten Spaß, zwischen 1962 und 1968 vielleicht den größten, den man sich vorstellen kann. Die Rolling Stones hatten mit Sicherheit auch Spaß, aber nicht so guten oder sagen wir, er klang für mich nicht so gut. Wichtig ist übrigens, dass es neben den vier Freunden noch einen fünften gibt, der die Ideen, die unaufhörlich aus den Freunden heraussprudeln, auch umsetzt; vier Freunde brauchen immer einen George Martin. Ich habe das Beatles-Modell in meinem Leben zumindest einmal erfolgreich nachgestellt, aber mit den Freunden keine Musik, sondern eine Zeitschrift gemacht, und obwohl ich als Einziger eine Brille trug, war ich Paul, und unser George Martin hieß Rüdiger.

          Der Beatles-Wahn ergriff mich relativ spät. Mein erster bewusst gehörter Song war „All You Need Is Love“, aber meine erste LP war merkwürdigerweise „Bridge Over Troubled Water“, die nur sehr wenig mit den Beatles zu tun hatte, dafür aber mit „So Long Frank Lloyd Wright“ ein Stück, das mir für einige Zeit zu denken gab. Ein Freund von mir war weitaus reifer und wünschte sich schon zu seinem zehnten Geburtstag „Sgt. Pepper“. Er bekam aber „Revolver“ in Mono, die er wutentbrannt entsorgte, sobald die dafür verantwortliche Tante das Haus verlassen hatte.

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