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Auf den Spuren des Blues : Hier herrscht der Fürst der Finsternis

  • -Aktualisiert am

Robert Johnsons Grab ist die meistbesuchte Kultstätte des „Mississippi Blues Trail“, eines den ganzen Bundesstaat überziehenden Netzwerks, das mit seinen Wegmarken die Entstehungsgeschichte des Blues erlebbar macht. Bild: Picture-Alliance

Ein Leben voller Schmerz, ein früher, geheimnisvoller Tod: Warum glauben weiße Hörer eigentlich immer noch, dass der Blues mit einem tragischen Schicksal verbunden ist? Eine Reise nach Mississippi gibt Aufschlüsse.

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          Hier liegt er also begraben, der dunkle Prinz des Deltas, am Rande der Money Road etwas außerhalb von Greenwood, Mississsippi. Genauso hatte es sich Robert Johnson in seinem berühmt-berüchtigten „Me And The Devil“-Blues gewünscht: „You may bury my body down by the highway side“. Umgestürzte Grabsteine schaffen zusammen mit der verwitterten, kleinen weißen Kirche eine Szenerie verlockender Verlorenheit. Ein heraufziehendes Gewitter mit fast unwirklichen Lichtverhältnissen tut ein Übriges, um den letzten Ruheort Johnsons wie eine aus der Zeit gefallene Kultstätte wirken zu lassen: Zerbrochene Schallplatten, Schnapsflaschen, Perlenketten, Gitarren-Plektren und Blumen umrahmen das Grab und verleihen ihm einen surrealen Glanz. Als dann noch heftiger Regen, von Donnerschlägen umrahmt, niederprasselt und den buckligen Friedhof binnen weniger Minuten in eine sumpfige Fläche verwandelt, fühlen wir uns unwillkürlich an Johnsons berühmte Songzeilen erinnert: „Blues fallin’ down like hail, and the days keep on worryin’ me, there’s a hellhound on my trail.“

          Dabei handelt es sich hier nur um eine von drei möglichen Grabstätten, doch besitzt sie inzwischen nach Ansicht aller Historiker die größte Plausibilität, da Johnson im nur wenige Meilen entfernten, heute desolat wirkenden Städtchen Greenwood am Abend des 16. August 1938 von einem eifersüchtigen Ehemann durch mit Strychnin versetzten Whisky vergiftet und am nächsten Tag auf dem Little-Zion-Friedhof begraben worden sein soll.

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