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CD der Woche: Robbie Williams : Allein hinter Schallmauern

  • -Aktualisiert am

Eine Fußballer-Weisheit sagt: „Never change a winning team“. Robbie Williams sollte sich ihrer erinnern, und seinen alten Produzenten und Komponisten Guy Chambers wieder ins Boot holen - sonst droht der Abstieg aus der Champions League. Die CD der Woche.

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          ABC, Art of Noise, Band Aid, Barry Manilow, Genesis, Godley& Creme, Grace Jones, Heaven 17, Lisa Stansfield, Mike Oldfield, Malcolm McLaren, Marc Almond, Paul McCartney, Pet Shop Boys, Rod Stewart, Seal, Simple Minds, Jimmy Somerville, Spandau Ballet, Sugababes, Tina Turner, Wendy & Lisa, Yes und Frankie Goes To Hollywood - sie alle sind mitverantwortlich für die Verpestung der achtziger Jahre, wobei natürlich nicht alles schlecht war unter Trevor Horn, der sie produziert hat und also der Hauptschuldige an diesen geschmacklichen Massenverbrechen ist.

          Edo Reents
          Redakteur im Feuilleton.

          Begangen hat er sie mit einer Methode, der man eine gewisse List nicht absprechen kann, die aber, indem sie den Musikern die Bedienung der Instrumente abnahm, alles nur noch bombastisch, wichtigtuerisch und uninspiriert klingen ließ. Genau das Richtige für mich, wird sich Robbie Williams gedacht haben, der unter Horns Obhut seine Musik nun wohl endgültig ruiniert hat. Verwundert reibt man sich das Ohrenschmalz: Einer der größten Stars der vergangenen fünfzehn Jahre macht gemeinsame Sache mit diesem Pfuscher! Robbie Williams einer unter den viel zu vielen Klienten dieses überbewerteten Engländers!

          Die alte Masche

          Mit seiner letzten Platte „Rudebox“ (siehe Robbie Williams' Platte „Rudebox“) hatte Robbie Williams immerhin Mut zu Reformen bewiesen; aber die viel zu lange Hip-Hop- und Elektro-Verhackstückung verstimmte als Anbiederei an Madonna und die Pet Shop Boys, so dass man jetzt eigentlich froh sein könnte, dass es wieder eine neue Platte gibt. Aber „Reality Killed The Video Star“ offenbart schon im Titel, der eine Anspielung auf das alte Trevor-Horn-Projekt The Buggles ist, eine Einfallslosigkeit, die einen geradezu erschüttert. Man weiß jedenfalls nicht, was man mehr verachten soll: die religiösen Untertöne in der Single „Bodies“, die dürftigen Selbstzitate auf dem an sich gefälligen „You Know Me“, die dauernde Streicherei, die höchstens als Soundtrack für einen Disney-Trickfilm für die ganze Familie genießbar wäre, oder den insgesamten Hang, es nun doch wieder allen recht machen zu wollen.

          So zeigt sich nun abermals,dass die Auflösung des Mainstreams für niemanden eine solche Gefahr darstellt wie für den, der es in ihm zu etwas gebracht hat. Die Musik von Robbie Williams war ja nie originell; sie war aber für unterschiedliche Hörerschichten geeignet und insofern auch gut, den Kitsch und die Coolness mit äußerstem Geschick in der Balance haltend. Aber dann, mit seiner Swing-Platte von 2001, verhob er sich und gab erste Unsicherheiten zu erkennen. Robbie Williams wollte Frank Sinatra sein, aber das konnte nur als Witz aufgefasst werden. Auf „Escapology“ zeigte er zwar sein altes Format und klang wieder wie ein richtiger Pop-Rock-Sänger; aber dies war das letzte Mal, dass seine Masche, sich bei fremden Ideen zu bedienen, ohne dabei eine ausgesprochen persönliche Note vermissen zu lassen, so richtig zog. Der erste britische Hitparadenplatz und die viereinhalb Millionen Exemplare von „Rudebox“ mögen ehrenwert sein, sie waren musikalisch aber ein Missverständnis, das sich aus reiner Verkrampfung ergab.

          Flügellahm wie der Rest

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