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CD der Woche: Old Canes : Der schlagende Beweis

  • -Aktualisiert am

Hörprobe: „Trust“ Bild: Saddle Creek/Indigo

Auf glatte Produktion verzichten kann jeder; man muss es aber richtig machen: Chris Crisci spielt mit seinem Projekt Old Canes einen leisen, aber dringlichen Folkrock in der Tradition Will Oldhams. Die CD der Woche.

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          Das erste, was Chris Crisci für das zweite Album seines Projekts Old Canes aufnahm, waren die Schlagzeugspuren. Die seien im kältesten Winter eingespielt worden, erzählt der hauptberufliche Frontmann von Apleseed Cast. Und man muss seinen Independent-Folkrock nur kurz hören, um zu verstehen, warum der Mann so viel und gerne über Schlagzeuge spricht.

          Was Old Canes von anderen jungen Bands unterscheidet, sind vor allem die Dringlichkeit, das Scheppern und Preschen dieser Musik, das Schlagzeugspiel eben. „Little Bird Courage“ poltert gleich gut los. „When I'm thirsty/you are the fountain“, singt Crisci dann, und die Trompeten lassen die recht simplen Zeilen hoffnungsvoller als alles klingen, was in diesem Genre seit langem zu hören war.

          Ganz sich selbst verpflichtet

          Die Musik auf „Feral Harmonic“ - einem über den Zeitraum von dreieinhalb Jahren mit wechselnden Musikern produzierten Album - lappt gelegentlich ins Lo-Fi-Terrain, doch es ist schön, wie auf diese Art der Raum, in dem diese Songs Gestalt annahmen, geradezu hörbar wird. Er sei allein an der Idee und der Energie eines Songs interessiert, sagt Crisci; Musik leide sehr darunter, wenn das Hauptaugenmerk auf einer glatten Produktion liege.

          Solche Standpunkte kennt man: von Will Oldham etwa oder diversen Neunziger-Schrägos. Bei Chris Crisci zeitigt dieses Ideal aber völlig eigene Ergebnisse: Seine Musik klingt nicht gewollt bizarr oder traditionalistisch, sondern ganz sich selbst verpflichtet und heutig. Und wer soviel Wumms hat, der darf sich auch ruhig Old Canes nennen.

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