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FRIEDENSGUTACHTEN. Die Analyse von Deeskalationsstrategien bildet den roten Faden der dreiundzwanzig Einzelbeiträge des Friedensgutachtens, das auch in diesem Jahr durch das Bonn International Center for Conversion, das Institut für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg-Essen, die Hessische ...

          FRIEDENSGUTACHTEN. Die Analyse von Deeskalationsstrategien bildet den roten Faden der dreiundzwanzig Einzelbeiträge des Friedensgutachtens, das auch in diesem Jahr durch das Bonn International Center for Conversion, das Institut für Entwicklung und Frieden der Universität Duisburg-Essen, die Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, das Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg sowie die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft in Heidelberg vorgelegt wird. Damit greifen die Herausgeber eine in dieser Zeitung gegebene Anregung auf. Die Konzentration auf ein Thema tut der Sache gut. Am Beispiel des Iraks, Israels, Afghanistans, Tschetscheniens, Makedoniens, Sudans, Liberias, Nigerias sowie Indonesiens werden zunächst Beispiele gelungener oder auch versäumter Deeskalation untersucht, gefolgt von Untersuchungen zum Kampf der Staatengemeinschaft gegen die Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen sowie Beiträgen zur kritischen Überprüfung bestehender Strategien und Instrumente der Deeskalation. Die solide Informations- und Datenbasis ist einmal mehr eine der Stärken des Friedensgutachtens. Das gilt für die nach Regionen und Sachthemen gegliederte Zeittafel, und es gilt für die meisten Beiträge. Diese legen zwar einerseits, dem Selbstverständnis der Friedensforschung entsprechend, der Kritik auch militärischer oder strategischer Sachverhalte einen sogenannten zivilgesellschaftlichen Maßstab zugrunde, stellen diese Sachverhalte aber in aller Regel zunächst einmal zuverlässig dar. So im Falle der Auslandseinsätze der Bundeswehr, bei deren Analyse die Autoren "zweifelsfrei" feststellen, "daß die deutschen Soldatinnen und Soldaten die ihnen aufgebürdeten bewaffneten Einsätze, alles in allem, bisher erstaunlich gut gemeistert haben. Dementsprechend wird ihr Dienst überall hoch geschätzt. Sie leisten unter Einsatz von Gesundheit und Leben und unter oft außerordentlich widrigen Bedingungen einen wichtigen Beitrag zur Stabilisierung in der betreffenden Region - soweit Militär das überhaupt vermag." In diesem Lichte dieser Feststellung ist dann auch mancher Kritik an den bestehenden Verhältnissen - etwa der Handhabbarkeit des Anfang Dezember 2004 verabschiedeten sogenannten Parlamentsbeteiligungsgesetzes - durchaus einiges abzugewinnen. (Friedensgutachten 2005. Herausgegeben von Ulrich Ratsch und anderen. LIT Verlag, Münster 2005. IV und 288 Seiten, 12,90 [Euro].)

          GREGOR SCHÖLLGEN

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