Wenn der Blick auf das Ganze fehlt

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Zwei Bücher über Antisemitismus. Beide stellen ihn in Abrede. Unterschiedlich allerdings das Areal, in dem er angeblich nicht vorkommt. Kurt Pätzold meint, es habe ihn in der DDR gar nicht gegeben. Moshe Zuckermann will darüber aufklären, dass der Begriff zum Herrschaftsinstrument degeneriert und dort ...

Zwei Bücher über Antisemitismus. Beide stellen ihn in Abrede. Unterschiedlich allerdings das Areal, in dem er angeblich nicht vorkommt. Kurt Pätzold meint, es habe ihn in der DDR gar nicht gegeben. Moshe Zuckermann will darüber aufklären, dass der Begriff zum Herrschaftsinstrument degeneriert und dort gar nicht gestattet ist, wo er instrumentell eingesetzt wird: Berechtigte Israelkritik werde durch seinen unberechtigten Einsatz abgeblockt. Auf eine Ebene werden die beiden aber wieder gebracht durch ihre kämpferische Diktion. Zuckermann lässt nicht einmal die trivialste Alltagspolemik aus. Da ist die Rede vom "Politikfurz", vom "Elefant im Porzellanladen", von "Hardcore-Siedlern", "politischer Paranoia" und immer wieder von "besudeln" der Shoa-Erinnerung - dies sogar durch "Besudelungsspezialisten".

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