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: Klares Zeichen

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Zum 60. Jahrestag des 20. Juli 1944 hat die Universität Würzburg eine Ringvorlesung veranstaltet. Bei den Vortragenden - und jetzt Autoren eines Sammelbandes - handelt es sich um Universitätsprofessoren verschiedener Fachrichtungen, aber auch um junge Nachwuchswissenschaftler. Ihnen allen war die Vorgabe ...

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          Zum 60. Jahrestag des 20. Juli 1944 hat die Universität Würzburg eine Ringvorlesung veranstaltet. Bei den Vortragenden - und jetzt Autoren eines Sammelbandes - handelt es sich um Universitätsprofessoren verschiedener Fachrichtungen, aber auch um junge Nachwuchswissenschaftler. Ihnen allen war die Vorgabe gemacht worden, jenseits der Sonntagsreden historisch-kritisch mit dem gestellten Thema umzugehen. Das zumindest ist ihnen allen gelungen, und so setzt der Band ein klares Zeichen gegen die volkspädagogische Verklärung, die heute gelegentlich an die Stelle solider Wissenschaft tritt. Die Breite des methodischen Ansatzes wird illustriert durch den Beitrag von Helmut Flachenecker über die Grundlegung des Widerstandsrechts im philosophisch-theologischen Denken des Mittelalters. Daß sich viele Formen des Widerstands im "Dritten Reich" aus konsequenter Bekämpfung des Nationalsozialismus bereits vor 1933 ergaben, zeigt Peter Claus Hartmann mit seiner Skizze über die beiden bayerischen Innenminister (aus der Bayerischen Volkspartei) vor 1933. Durchaus kritische Töne schlagen die Artikel an, die sich mit der Rolle der katholischen Kirche während der NS-Herrschaft befassen; aber auch hier wird nüchterne, quellengestützte Analyse geboten, kein plattes Vor-Urteil.

          Nicht alle Beiträge bringen wirklich Neues. Oft geht es darum, für eine studentische Zuhörerschaft den derzeitigen Forschungsstand zusammenzufassen und Kontroversen verständlich zu machen. Oder es geht darum, einseitige und abwertende Urteile gegen Menschen, die für ihre Haltung mit dem Leben bezahlt haben, kritisch zu hinterfragen. Das leistet beispielsweise der Aufsatz des Herausgebers Matthias Stickler, der mit guten Argumenten begründet, warum Generalfeldmarschall Erwin Rommel letztlich doch dem militärischen Widerstand gegen Hitler, wenn auch nicht der Verschwörung vom 20. Juli 1944 zuzurechnen ist. Der Mainzer Historiker Sönke Neitzel wertet Abhörprotokolle des britischen Geheimdienstes über Gespräche deutscher Generale in Gefangenenlagern aus. Detailliert läßt er den Leser nachvollziehen, wie höchst unterschiedlich die Militärelite des "Dritten Reiches" über das Attentat auf Hitler geurteilt hat. Der verdienstvolle Band wird beschlossen durch den Bericht eines der wenigen noch Überlebenden, Philipp Freiherr von Boeselager, über den Widerstand in der Heeresgruppe Mitte.

          WINFRIED HEINEMANN

          Matthias Stickler (Herausgeber): Portraits zur Geschichte des deutschen Widerstands. Verlag Marie Leidorf, Rahden 2005. 277 S., 61,80 [Euro].

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