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: Fast ein Klassiker

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          1 Min.

          Bei der Darstellung von Alfred M. de Zayas handelt es sich um die Neuauflage der 1986 erstmals publizierten "Anmerkungen zur Vertreibung der Deutschen aus dem Osten", deren englische Originalausgabe bereits ein Jahr zuvor unter dem Titel "A Terrible Revenge. The Ethnic Cleaning of the East European Germans" in New York erschien. Der Autor gehört seit dem Erscheinen seines vielbeachteten Klassikers "Nemesis at Potsdam" (London 1977), welcher in Deutschland erst im vergangenen Jahr unter dem Titel "Die Nemesis von Potsdam" in einer veränderten Neuausgabe herauskam, unzweifelhaft zu den führenden Fachmännern auf dem Gebiet einer vor allem völkerrechtlich orientierten Vertreibungsforschung. Ihm gelang es zudem stets, auch außerhalb der wissenschaftlichen Zunft einen großen Leserkreis zu gewinnen.

          Man geht wohl kaum fehl in der Annahme, wenn man die Neuauflage als eine Art Antwort auf Veröffentlichungen wie Michael Brumliks Streitschrift "Wer Sturm sät. Die Vertreibung der Deutschen" betrachtet. Der Band ist nämlich, wie die Vorsitzende des Bundes der Vertriebenen (BdV), Erika Steinbach, in ihrem Geleitwort andeutet und de Zayas in seinen "Schlußfolgerungen" dezidiert bekennt, auch als Beitrag zur kontroversen Diskussion über das vom BdV angestrebte "Zentrum gegen Vertreibungen" in Berlin zu lesen. Der Autor ergreift hierbei deutlich Partei im Sinne der BdV-Position. Die Vorzüge der "Anmerkungen" zeichnen jetzt die deutlich erweiterte Neuauflage aus: Es stellt ein im besten Sinne des Wortes populärwissenschaftliches, mit 120 Fotos reichbebildertes Kompendium dar, das sich an ein breites, historisch interessiertes Publikum wendet. Es vermittelt anschaulich, gut lesbar, quellenorientiert und ohne Polemik Grundwissen zu einem nach wie vor wichtigen Thema.

          MATTHIAS STICKLER

          Alfred M. de Zayas: Die deutschen Vertriebenen. Keine Täter - sondern Opfer. Hintergründe, Tatsachen, Folgen. Ares Verlag, Graz 2006. 247 S., 19,90 [Euro].

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