https://www.faz.net/-gqz-qhfv

: Bombengrusel

  • Aktualisiert am

ATOMWAFFEN. Muß man eher über die steigende Zahl von Staaten, die über Atomwaffen verfügen, beunruhigt sein, oder kann man aus dem sehr langsamen Anstieg dieser Zahl den Schluß ziehen, der Atomwaffensperrvertrag - 1970 in Kraft getreten - habe sich letztlich bewährt? Die Geschichte der pakistanischen Atombombe, als deren "Vater" Abdul Qadeer Khan gilt, gibt eher den Skeptikern recht.

          ATOMWAFFEN. Muß man eher über die steigende Zahl von Staaten, die über Atomwaffen verfügen, beunruhigt sein, oder kann man aus dem sehr langsamen Anstieg dieser Zahl den Schluß ziehen, der Atomwaffensperrvertrag - 1970 in Kraft getreten - habe sich letztlich bewährt? Die Geschichte der pakistanischen Atombombe, als deren "Vater" Abdul Qadeer Khan gilt, gibt eher den Skeptikern recht. Denn weder die Internationale Atomenergiebehörde in Wien noch die Geheimdienste oder gar die Exportkontrollbehörden westlicher Staaten haben es vermocht, die schrittweise Entstehung eines illegalen Netzwerks von Lieferanten zu verhindern, die die nötigen Bauelemente für die Urananreicherung und für andere physikalisch-chemische Prozesse, die man zur Konstruktion von Nuklearwaffen braucht, nach Pakistan exportierten. Das lag nicht zuletzt auch daran, daß Pakistan trotz der Demokratieferne seiner Regierungen von den Vereinigten Staaten als Verbündeter erst im Kampf gegen die sowjetische Invasion Afghanistans und später gegen den internationalen Terrorismus hofiert wurde. Zwei große Gefahren sind mit der pakistanischen Atombombe verbunden. Erstens ist seither eine nukleare Konfrontation mit Indien möglich geworden. Beide Länder sind seit ihrer Unabhängigkeit durch eine Erzfeindschaft verbunden. Zweitens hat es, organisiert von Khan, eine illegale Weiterverbreitung von Technologie zum Bau von Atomwaffen gegeben. Nordkorea und vermutlich Iran gehören zu den Ländern, die direkt aus Pakistan beliefert worden sind. In vielen westlichen Hauptstädten ist die Sorge groß, daß sich auch Terrornetzwerke wie Al Qaida über diesen Weg Nuklearwaffen beschaffen könnten. Egmont R. Koch, investigativer Fernsehjournalist und Verfasser mehrerer Bestseller, hat eine Menge Informationen zusammengetragen und weiß die Entstehung und die Geschichte des pakistanischen Atombomben-Bauprogramms anschaulich-gruselig zu erzählen. Es gehört allerdings zu den Schwächen solcher populären Darstellungen, daß sie ihre Spannung mit nicht immer ganz sachangemessenen Erzähltricks erreichen. Dazu gehören in diesem Fall die völlig überzogene Dämonisierung Khans als "Dr. No" (einer Figur aus einem Thriller Ian Flemings) und die weitgehend kritiklose Übernahme der Perspektive seines wichtigsten Informanten, eines ehemaligen CIA-Mitarbeiters. (Egmont R. Koch: Atomwaffen für Al Qaida. "Dr. No" und das Netzwerk des Terrors. Aufbau-Verlag, Berlin 2005. 348 Seiten, 19,90 [Euro].)

          WILFRIED VON BREDOW

          Weitere Themen

          Als The Smiths noch frisch klangen Video-Seite öffnen

          Filmkritik „Bumblebee“ : Als The Smiths noch frisch klangen

          Wer bisher kein Fan von den Transformers-Filmen war, sollte sich „Bumblebee“ auf keinen Fall entgehen lassen: Wie Charlie Watson, gespielt von Heilee Steinfeld, zusammen mit dem gelben Metallkäfer die Filmreihe rettet, erklärt Dietmar Dath.

          Das Gör ist Ingenieur

          Video-Filmkritik „Bumblebee“ : Das Gör ist Ingenieur

          Kein Wunder, dass sich das Mädchen in diesen melancholischen Metallsoldaten verliebt: „Bumblebee“ steht für einen Karosseriewechsel der „Transformer“-Filmreihe. Wenn dies kein Weihnachtsfilm ist, gibt es dieses Jahr weder Weihnachten noch Filme.

          „Bumblebee“ Video-Seite öffnen

          Trailer : „Bumblebee“

          Am 20. Dezember kommt der Prequel des 2007 Transformers „Bumblebee“ in die deutschen Kinos. Im Mittelpunkt steht der gleichnamige Transformers-Charakter.

          Topmeldungen

          Daumen hoch? Von wegen: Der Tech-Konzern zeigt einmal mehr, wie man sich nicht anständig verhält.

          Neuer Datenmissbrauch : Facebook ist von innen faul

          Fast jede Woche kommen neue Belege für ein ruchloses Verhalten von Facebook ans Licht. Jetzt wird bekannt, dass der Konzern munter Daten mit mehr als 150 Unternehmen geteilt hat – ohne Einverständnis seiner Nutzer. Apple zeigt, wie es besser geht. Ein Kommentar.
          Altes Eisen: Auf einem Autofriedhof im Ruhrgebiet stapeln sich ausgemusterte Fahrzeuge – kommen bald noch mehr dazu?

          FAZ Plus Artikel: Neue CO2-Grenzwerte : Das Ende des Autos, wie wir es kennen

          Bis zum Jahr 2030 soll der CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen um 37,5 Prozent sinken. Die Industrie hält das für „total unrealistisch“ – und warnt vor Arbeitsplatzverlusten im sechsstelligen Bereich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.