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: Auf den Bush klopfen

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Craig Unger: Die Bushs und die Saudis. Öl, Macht und Terror. Aus dem Amerikanischen von Helmut Dierlamm. Piper Verlag, München 2004. 421 Seiten, 19,90 [Euro].John Dean: Das Ende der Demokratie. Die Geheimpolitik des George W. Bush. Aus dem Amerikanischen von Udo Rennert. Propyläen Verlag, Berlin/München 2004.

          Craig Unger: Die Bushs und die Saudis. Öl, Macht und Terror. Aus dem Amerikanischen von Helmut Dierlamm. Piper Verlag, München 2004. 421 Seiten, 19,90 [Euro].

          John Dean: Das Ende der Demokratie. Die Geheimpolitik des George W. Bush. Aus dem Amerikanischen von Udo Rennert. Propyläen Verlag, Berlin/München 2004. 300 Seiten, 20,- [Euro].

          Peter Scowen: USA. Ein Schwarzbuch. Aus dem Englischen von Sibylle Hunzinger und Kurt Neff. Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2004. 297 Seiten, 15,- [Euro].

          Es ist Wahlkampf in Amerika. Die Heerscharen der beiden Konkurrenten um die Präsidentschaft haben sich formiert. Weil die Politik des Amtsinhabers sehr umstritten und mit einigen spektakulären Fehlschlägen belastet ist, verwundert es kaum, daß die Welle Bush-kritischer Bücher drastisch angestiegen ist. Als Ausgangspunkt der Kritik dient meist der 11. September 2001. Die Terroranschläge wirkten als Schock auf Amerika und einen großen Teil der Welt. Die Reaktion des Präsidenten war - nach einer kurzen Phase der Unsicherheit - von Führungskraft und kalkuliertem Tatendrang bestimmt. Beides wußte er der amerikanischen Öffentlichkeit und den Verbündeten überzeugend zu vermitteln. Der "Krieg gegen den internationalen Terrorismus" schien eine Zeitlang auf einer erdumspannenden Koalition unter amerikanischer Führung zu beruhen. Bald jedoch begann sie zu bröckeln. Der Militäreinsatz gegen das Taliban-Regime in Afghanistan stieß zunächst noch auf gebremste Kritik. Gegen den irakischen Diktator Saddam Hussein, den die amerikanische Regierung als einen besonders gefährlichen Komplizen von Usama Bin Ladin darstellte, wollten jedoch nur noch viel weniger Staaten den Amerikanern in den Krieg folgen.

          In kurzer Zeit begann die Bush-Administration international, aber auch im eigenen Lande, an Ansehen zu verlieren. Die erste Welle solcher kritischen Rundumschläge brachten die in den meisten Fällen wahnhaft verbohrten Verschwörungstheoretiker auf den Markt. Damit konnte man ganz gut Kasse machen. Jetzt kommt die zweite Welle auf uns zu - Entlarvungsbücher, deren Verfasser die politischen Abgründe, in welche die Politik der Vereinigten Staaten (allgemeine Version) oder der Bush-Administration (spezielle Wahlkampf-Version) das Land und die Welt geführt haben, exakt auszumessen vorgeben.

          Mit der Qualität dieser Erzeugnisse ist es in der Regel nicht weit her. Manche darunter sind zumindest gut recherchiert oder konzentrieren sich auf einen wichtigen Aspekt der amerikanischen Politik. Andere muß man mehr als Ausdruck der persönlichen Obsessionen ihrer Verfasser nehmen. In diese Kategorie fallen auch die Berichte frustrierter Insider, die sich nach ihrem Ausscheiden aus der Administration als Bekehrte Gehör verschaffen wollen. Drittens gibt es noch die knallig aufgemachten Schnellschüsse, deren Autoren noch rasch ein einträgliches Süppchen aus dem von anderen schon breitgetretenen Quark kochen wollen.

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