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Plagiatsvorwurf : Hat die ehemalige „New York Times“-Chefin abgekupfert?

Sieht sich Plagiatsvorwürfen gegenüber: Jill Abramson Bild: AP

Pünktlich zur Veröffentlichung ihres Buches „Merchants of Truth“ werden in Amerika Plagiatsvorwürfe gegen die Autorin und einstige Chefredakteurin der „New York Times“, Jill Abramson, laut.

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          Ein Plagiatsvorwurf zieht in Amerika Kreise: Jill Abramson, von 2011 bis 2014 Chefredakteurin der „New York Times“, soll in ihrem Enthüllungsbuch über Nachrichtenjournalismus, „Merchants of Truth“, abgeschrieben haben. Die Vorwürfe erhob zuerst Michael C. Moynihan, Korrespondent von „Vice News“. Er machte sie pünktlich zur Buchveröffentlichung in mehreren Posts auf Twitter publik. Jill Abramson widmet dem „Vice“-Medienimperium drei Kapitel ihres Buches. Diese seien „voller Fehler“, so Moynihan: „Die Wahrheit, die in ,Merchants of Truth‘ versprochen wurde, war oft nicht wahr.“ Zudem enthalte der Text „plagiierte Passagen“.

          Axel Weidemann

          Redakteur im Feuilleton.

          Der „Vice“-Journalist veröffentlichte Auszüge aus Abramson Buch und stellte diesen Passagen gegenüber, auf denen sie beruhen sollen; darunter ein Text aus dem „Ryerson Review of Journalism“ vom 1. Juni 2005, ein Stück von Jake Malooley aus dem „Time Out“-Magazin vom 30. November 2010, eine Masterarbeit über „Vice“ aus dem Januar 2007 sowie ein Text aus dem „New Yorker“ von Lizzie Widdicombe, vom 8. April 2013. „Da gibt es noch viel mehr – enorme faktische Fehler, andere abgekupferte Passagen, einseitige oder unbelegte Behauptungen – aber dies sollte uns einen Eindruck verschaffen“, so Moynihan.

          Nach ihm meldete sich der freie Journalist Ian Frisch auf Twitter und erklärte, er habe Passagen aus Abramsons Buch mit seinem Porträt des „Vice“-Redakteurs Thomas Morton verglichen, das er 2014 in seinem eigenen Magazin „Relapse“ veröffentlicht habe: „Jill Abramson hat mich mindestens an sieben Stellen plagiiert“, schrieb Frisch.

          Derweil verteidigte sich Jill Abramson bei Fox News: „Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich in meinem Buch sicherlich nicht abgeschrieben habe und es gibt siebzig Seiten Fußnoten, die zeigen, wo ich meine Informationen her habe.“ Sie habe den Eindruck, dass „die Leute bei ,Vice‘“ ihre Schilderung nicht schätzten, obwohl diese sehr ausgeglichen sei. Cary Goldstein, stellvertretender Leiter des Verlags „Simon & Schuster“, bei dem Abramsons Buch erscheint, sagte nach Angaben der „Washington Post“, es handele sich um „ein gründlich recherchiertes und akkurat mit Quellen versehenes Buch.“ Zudem sei allen porträtierten Nachrichtenorganisationen „Zeit und Gelegenheit“ gegeben worden, sich zu äußern. Wo nötig, habe die Autorin den Text geändert. Die „Washington Post“, die „einige“, aber nicht alle Fundstellen überprüft hat, moniert, dass diese im Buch nicht ausgewiesen seien. Jill Abramson schrieb am Mittwoch schließlich auf Twitter: „Ich nehme die erhobenen Vorwürfe ernst und werde die betreffenden Passagen überprüfen.“

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