https://www.faz.net/-gqz-13sni

Petition für Christian Thielemann : Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister

  • Aktualisiert am

35 Komponisten, Interpreten und Intendanten haben eine Petition unterzeichnet, in welcher der Münchner Oberbürgermeister Ude gebeten wird, die Verhandlungen mit Christian Thielemann wieder aufzunehmen.

          2 Min.

          35 Komponisten, Interpreten und Intendanten haben eine Petition unterzeichnet, in welcher der Münchner Oberbürgermeister Ude gebeten wird, die Verhandlungen mit Christian Thielemann über eine Verlängerung seines Vertrags als Generalmusikdirektor der Münchner Philharmoniker wieder aufzunehmen.

          Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

          mit großem Befremden haben wir vernommen, dass die Stadt München die Verhandlungen mit Christian Thielemann wegen der Verlängerung seines Vertrags über das Jahr 2011 hinaus abgebrochen hat. Der große Schaden, welcher der Musikstadt München und ihrem internationalen Ansehen durch diese unfassbare Entscheidung entsteht, ist nicht zu übersehen. Die Verhandlungen mit Thielemann sind offensichtlich daran gescheitert, dass er sich in seiner Stellung als Generalmusikdirektor die letzte Entscheidung über Programm und (Gast-)Dirigenten der Münchner Philharmoniker nicht nehmen lassen will.

          Kein seriöser Chefdirigent könnte es mit seinem künstlerischen Gewissen vereinbaren, dass mehr als die Hälfte der Konzerte seines Orchesters seinem Einfluss entzogen werden soll. Deshalb bitten wir Sie, sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, im Interesse der musikalischen Welt neue Vertragsverhandlungen mit Christian Thielemann zu beginnen.

          Nach der Erfahrung von Pierre Boulez ist es „einzig sinnvoll, dass über Gastdirigenten und Programme im kontinuierlichen Dialog zwischen Chefdirigent, Orchester und Intendant entschieden wird“. Anscheinend lag ja schon vor zwei Monaten ein Vertragsentwurf unterschriftsreif vor, der vom Orchester wie von seinem Generalmusikdirektor gebilligt worden ist.

          Ließe sich denn nicht an diesen Vertragsentwurf anknüpfen? Es darf doch nicht sein, dass sich die Münchner Philharmoniker und einer der führenden Dirigenten unserer Zeit nach den vielen, weltweit beachteten musikalischen Erfolgen ihrer 2004 begonnenen Zusammenarbeit nun lediglich aufgrund eines in künstlerischer Hinsicht hochproblematischen neuen Vertragsbestandteils trennen sollen. „Ich hoffe sehr, dass Maestro Thielemann und die Stadt München ihre Differenzen beilegen können, um diesen großartigen Musiker den Münchner Musikfreunden zu erhalten“ (Plácido Domingo).

          Mit freundlichen Grüßen:

          Francisco Araiza
          Daniel Barenboim
          Pierre Boulez
          Friedrich Cerha
          Alfred Brendel
          Rudolf Buchbinder
          Plácido Domingo
          Dietrich Fischer-Dieskau
          Jürgen Flimm
          Hans-Joachim Frey
          Christian Gerhaher
          Hélène Grimaud
          Peter Gülke
          Peter Michael Hamel
          Thomas Hampson
          Hans Werner Henze
          Wilfried Hiller
          Philippe Jordan
          René Kollo
          Edgar Krapp
          Gidon Kremer
          Helmut Lachenmann
          Siegfried Matthus
          Siegfried Mauser
          Dominique Meyer
          Andreas Mölich-Zebhauser
          Johannes Moser
          Wolfgang Rihm
          Wolfgang Sawallisch
          Peter Schreier
          Julia Varady
          Lars Vogt
          Eva Wagner-Pasquier
          Sebastian Weigle
          Jörg Widmann

































          Im Auftrag der Unterzeichner der Petition die Bayerische Akademie der Schönen Künste

          Dieser Petition haben sich die Sängerin Anja Harteros und der Komponist Peter Ruzicka angeschlossen.

          Weitere Themen

          Tomas Tranströmer: „Espresso“

          Frankfurter Anthologie : Tomas Tranströmer: „Espresso“

          Was ist das? Es ist kostbar und konzentriert, wohltuend und kraftspendend. Es hat sechs Strophen mit je zwei Zeilen, und wenn man die Augen schließt, kann man riechen, wie es duftet.

          Topmeldungen

          Donald und Melania Trump am vorigen Mittwoch in Washington

          Trumps Impeachment-Prozess : Mehr Zeit für neue Skandale

          Der Impeachment-Prozess gegen Donald Trump soll erst am 9. Februar eröffnet werden. Bis dahin hoffen die Demokraten auf neue Skandale, die der Anklage weitere Munition liefern.
          Verrammelt und verriegelt: Das Lamb & Flag in London (Symbolbild)

          Großbritannien : 10.000 Pubs und Restaurants schließen

          Großbritanniens Gastronomie ist von der Corona-Krise besonders hart getroffen. Während große Ketten sich frisches Kapital beschaffen, gehen die Kleinen unter.
          Mehr Unterstützung aus Washington: Amerikanische Forscher von Regeneron arbeiten am experimentellen Antikörper-Medikament.

          Antikörper-Medikament : Was auch bei Trumps Genesung half

          Ein amerikanisches Antikörper-Präparat erhält eine Notzulassung, 200.000 Dosen kauft die Bundesregierung. Deutsche Wissenschaftler vermissen Unterstützung bei ihrer Forschung – so würden Chancen verpasst, kritisieren sie.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.