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Pazifismus : Hollywood-Stars demonstrierten gegen Irak-Krieg

  • Aktualisiert am

Friedensdemonstranten in New York Bild: AP

Susan Sarandon, Martin Sheen und andere Prominente protestierten in New York gegen Bushs Irak-Politik.

          2 Min.

          Bis zu 30.000 New Yorker haben am Sonntag gegen einen neuen Irak-Krieg protestiert. Zu der Kundgebung hatten die Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon sowie zahlreiche weitere Künstler und Intellektuelle aufgerufen. „Macht Zoff, ruft eure Freunde und eure Kongress-Vertreter an“, empfahl die Schauspielerin den Teilnehmern der Großdemonstration im Central Park in Manhattan. Auch Sarandons langjähriger Partner, Hollywood-Schauspieler und Regisseur Tim Robbins, sowie Martin Sheen, Präsidenten-Darsteller aus der TV- Politserie „West Wing“, sprachen neben lokalen Künstlern sowie Vertretern verschiedener Religionen auf der vierstündigen Veranstaltung.

          „Ich bin froh, hier zu sein. Bisher habe ich mich einsam und isoliert gefühlt in meiner Anti-Kriegshaltung. Ich wurde aus dem Zusammenhang heraus zitiert und bedroht“, rief Sarandon in ihrer Rede, die immer wieder von Bravo-Rufen, Jubel und lang anhaltendem Beifall unterbrochen wurde. Sarandon kritisierte amerikanische Medien, die nach ihrer Ansicht Kritiker an der Irak-Politik von Präsident George W. Bush nicht zu Wort kommen ließen. Das jedoch sei wichtig. „Ich will dem Präsidenten keinen Blanko-Scheck unterschreiben“, rief Sarandon.

          Robbins stark politisierte Rede wurde ebenfalls beklatscht: „Ich bin gegen jede Art von Fundamentalismus“, sagte er. Amerikas Fundamentalismus sei weltweites Business, „der Profit auf Kosten menschlichen Lebens“, so Robbins. „West Wing“-Schauspieler Martin Sheen zitierte Martin Luther Kings Rede „I Have A Dream“ (Ich habe einen Traum) und erinnerte daran, dass Präsident John F. Kennedy vor 40 Jahren bei der Kuba-Krise Diplomatie benutzt hatte, um einen drohenden Krieg zu verhindern.

          „Versprechen des Widerstands“

          Gemeinsam sprachen die Demonstranten das „Versprechen des Widerstands“, das vorab in mehreren Sprachen im Internet veröffentlicht wurde. Darin heißt es unter anderem: „Nicht in unserem Namen/ wirst Du endlosen Krieg führen/ darf es noch mehr Tote geben/ und weiteres Eintauschen von Blut gegen Öl/ Nicht in unserem Namen/ wirst Du in Länder einfallen/ Zivilisten zerfetzen, noch mehr Kinder ermorden/ die Geschichte über die Gräber der Namenlosen hinweg schreiben lassen.“

          Die Veranstalter, die Organisation „Not In Our Name“ (Nicht in unserem Namen), hatten lediglich 10.000 Demonstranten erwartet und zeigten sich „überwältigt“ von dem Echo. Außer in New York sollten am Wochenende und am Montag auch in Los Angeles, San Francisco und anderen amerikanischen Großstädten Protestveranstaltungen gegen den Irakkurs von Bush stattfinden.

          „Not in Our Name“ hatte sich Mitte September in einer ganzseitigen Anzeige der „New York Times“ an die Öffentlichkeit gewandt. Zu den Prominenten, die sich seitdem der Protestinitiative angeschlossen haben, zählen auch die Schauspielerin Jane Fonda, die Schriftsteller Kurt Vonnegut und Gore Vidal, die Dramatiker Eve Ensler und Tony Kushner sowie mehrere Universitätsprofessoren. Bei der Veranstaltung im Central Park wurde außerdem für einen geplanten Marsch auf das Weiße Haus in Washington am Samstag, 26. Oktober, geworben.

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