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Gebrauchte Oscar-Kleidung : Secondhand-Ware mit Flair

  • -Aktualisiert am

Zweites Leben: Gerade noch auf der Kinoleinwand zu sehen, jetzt bei „It’s a Wrap!“ erhältlich. Auch Promis stöbern hier. Bild: Christiane Heil

Wenn Ende der Woche die Oscars verliehen werden, könnten die Requisiten der Filme schon bei „It’s a Wrap!“ liegen. Der Laden in L.A. verkauft die Outfits der Stars.

          Angezogen sein wie Julia Roberts in Garry Marshalls Romantikkomödie „Mother’s Day“? Oder wie George Clooney als großspuriger Finanzexperte Lee Gates in Jodie Fosters Thriller „Money Monster“?

          Bei „It’s a Wrap!“ bleibt so ein Look nicht der Phantasie überlassen. Am Magnolia Boulevard in Burbank, ein paar Meilen nordöstlich von Hollywood, bietet das Geschäft ausrangierte Outfits aus Filmen und Fernsehserien mit einem Hauch von Glamour. Auf zwei Stockwerken reihen sich Kleiderständer mit Abendroben aus Produktionen wie „Sex and the City“, „Mistresses“ und „Blue Bloods“ an Regale mit Schuhen, die ihren Auftritt an den Füßen von Stars wie Jennifer Aniston, Reese Witherspoon und Emma Stone schon hinter sich haben.

          „Nur wenige Leute bekommen die Gelegenheit, ein Filmset zu besuchen. Bei uns hat jeder die Chance, ein bisschen was von der Atmosphäre zu erleben“, sagt die Inhaberin Tiara Nappi. Ihrer Mutter Janet Dion, die früher für den Kostümfundus des Fernsehkonzerns CBS arbeitete, kam vor 35 Jahren auf die Idee, die Garderobe der Stars vor dem Schicksal als Putzlappen zu retten. Sie bot den Filmstudios an, die castoffs, die ausrangierten Requisiten, abzuholen, ließ sie reinigen und verkaufte sie als günstige Second-hand-Ware mit Prominentenflair.

          Wiederverkaufswert liegt bei der Hälfte des Originalpreises

          Das Konzept funktioniert bis heute. Täglich erreichen Nappi E-Mails von Studios wie Paramount und Sony, die lastwagenweise Outfits und Accessoires loswerden wollen. „Die Stücke, die sie zu Beginn der Dreharbeiten für Millionen von Dollars gekauft haben, müssen sofort nach Drehschluss wieder verschwinden. Sie nehmen zu viel Platz weg“, sagt die Fünfundvierzigjährige. Der Druck, für die nächste Produktion Raum in der Kostümabteilung zu schaffen, lässt viele Studios lange Vertriebswege in Kauf nehmen. Die Blazer und Blusen aus der im Mai abgesetzten Serie „The Good Wife“ legten zum Beispiel fast 4000 Kilometer in einem Truck zurück, um aus den Studios des Senders CBS in New York an den Magnolia Boulevard nach L.A. zu kommen.

          Der Second-Hand-Laden kleidet prominent von Kopf bis Fuß. Bilderstrecke

          Besuchern, die das Geschäft hinter der schlichten Fassade betreten, schlägt das Odeur einer chemischen Reinigung entgegen. Weiße Karten an jedem Kleidungsstück verraten, für welchen Film oder welche Serie es gekauft wurde und wie viel es damals gekostet hat. Bei „It’s a Wrap!“ liegt der Wiederverkaufswert meist bei etwa der Hälfte des Originalpreises. Eine beige-schwarze Jacke des Designers Narciso Rodriguez, welche Schauspielerin Julianna Margulies oder einer ihrer Ko-Stars bei den Dreharbeiten zur Serie „The Good Wife“ trug, ist für 625 Dollar zu haben. Ein schwarzgestreiftes Anzughemd aus dem Hause Giorgio Armani sucht nach dem Auftritt in dem Thriller „Money Monster“ für 200 Dollar einen Käufer.

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