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Oscar-Gewinner „Moonlight“ : So kam es zu der Verwechslungs-Panne

  • Aktualisiert am

Das Drama „Moonlight“ mit Alex Hibbert in der Rolle des jungen Chiron Bild: dpa

Es war wohl die empfindlichste Panne in der Geschichte der Oscar-Verleihung: Das Musical „La La Land“ wird als bester Film ausgerufen, doch dann wird der richtige Umschlag geöffnet und „Moonlight“ gewinnt. Was war passiert?

          Diese Oscar-Panne ist wohl einmalig: Beim letzten und wichtigsten Preis der Gala wird der falsche Film ausgerufen, nämlich das Musical „La La Land“. Als die Panne bekannt wird und das Drama „Moonlight“ den Preis als bester Film bekommt, sind die Stars im Saal in Hollywood ebenso ratlos wie Millionen Zuschauer weltweit.

          Was ist in den letzten Minuten der Show passiert?

          Die Schauspieler Warren Beatty und Faye Dunaway präsentieren den Oscar für den besten Film. Beatty öffnet den roten Umschlag, liest das Kärtchen, stutzt, schaut nochmal in den Umschlag, liest erneut das Kärtchen und hält es dann seiner Kollegin hin. Dunaway liest laut: „La La Land“. Während die Produzenten ihre Dankesreden halten, wird aber korrigiert: „Moonlight“ ist der Gewinner.

          Was stand denn genau auf Beattys Karte?

          Auf Bildern der Show ist deutlich zu lesen, was auf dem Umschlag in Beattys Händen steht: „Actress in a leading role“ - also Hauptdarstellerin. Auch Beatty erklärt, auf der Karte habe gestanden: „Emma Stone, La La Land“. Es war also der Gewinner-Umschlag für die Darsteller-Kategorie, nicht für die Kategorie „Bester Film“.

          Wann hat denn Emma Stone ihren Oscar gewonnen?

          Direkt vor dem Auftritt von Beatty und Dunaway hatte die 28-Jährige ihren Oscar in Empfang genommen. Und hinter der Bühne erzählte Stone: „Ich habe meine Gewinnerkarte die ganze Zeit in den Händen gehalten.“

          Slapstick bei der Bekanntgabe des besten Films: Jordan Horowitz, Produzent von „La La Land“, der schon zur Dankesrede angesetzt hatte, zeigt die Karte mit dem richtigen Gewinner, „Moonlight“, während Laudator Warren Beatty und Moderator Jimmy Kimmel peinlich berührt daneben stehen.

          Wie kann das sein - gibt es tatsächlich zwei Gewinnerkarten mit dem Namen „Emma Stone“?

          Ja, es gibt zu jeder der 24 Kategorien zwei identische Umschläge.

          Warren Beatty mit dem falschen Umschlag: auf der bereits ausgepackten Karte ist deutlich zu lesen: „Actress in a Leading Role“ - verleihen sollte er aber den Oscar in der Kategorie „Bester Film“.

          Warum ist das so?

          Aus Sicherheitsgründen. Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen PricewaterhouseCoopers ist für die geheime Zählung und Auswertung der Stimmen der mehr als 6600 Mitglieder der amerikanischen Filmakademie zuständig. Wenn dies geschehen ist, werden zweimal 24 Karten gedruckt und in Umschläge verpackt. Ein vollständiger Satz Umschläge kommt in eine spezielle Aktentasche von PwC-Mitarbeiter Brian Cullinan, der andere Satz kommt in die Tasche von PwC-Mitarbeiterin Martha L. Ruiz. Sollte eine Tasche abhanden kommen, hat man immer noch die zweite.

          Und was passiert während der Oscar-Gala?

          Die beiden PwC-Mitarbeiter stehen mit ihren Aktentaschen an der Seite der Oscar-Bühne - einer links, einer rechts. Je nachdem, von welcher Seite ein Laudator auf die Bühne kommt, nimmt er einen Umschlag von Ruiz oder von Cullinan entgegen. Damit es dabei nicht zu einem Durcheinander kommt, ist die Preiskategorie vorne auf dem roten Umschlag aufgedruckt.

          Was ist diesmal im Detail schiefgelaufen?

          Beatty und Dunaway haben trotz des Aufdrucks schlicht den falschen Umschlag erhalten, wie PwC mittlerweile in einem Statement bekanntgab. Es wurden also anscheinend versehentlich beide Emma-Stone-Umschläge ausgehändigt - einmal von links an Leonardo DiCaprio (der den Preis für die weibliche Hauptrolle verkündete) und einmal von rechts an Warren Beatty (der eigentlich den Umschlag für den besten Film erhalten sollte). Wie es genau zu dem Missgeschick kam, wolle PwC jetzt untersuchen.

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