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Oscars 2016 : „Spotlight“ ist der beste Film des Kinojahres

  • Aktualisiert am

Die wichtigste Auszeichnung des Kinojahres geht an „Spotlight“. Bild: AFP

Leonardo DiCaprio und Ennio Morricone gewinnen endlich ihre ersten Oscars, Alejandro G. Iñárritu holt schon wieder die Auszeichnung als bester Regisseur, „Mad Max“ sammelt Statuetten ein – und Moderator Chris Rock ätzt gegen das „weiße Hollywood“.

          Die Schwedin Alicia Vikander hat die erste Schauspielertrophäe dieser Oscar-Nacht gewonnen. Die Siebenundzwanzigjährige bekam die Auszeichnung als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in dem Transsexuellendrama „The Danish Girl“. Als bester Nebendarsteller wurde Mark Rylance aus „Bridge of Spies“ ausgezeichnet. Beste Hauptdarstellerin wurde Brie Larson, die in „Room“ eine mit ihrem Sohn eingesperrte Mutter spielt. Alejandro G. Iñárritu wurde zum zweiten Mal in Folge als bester Regisseur ausgezeichnet – für „The Revenant“.

          Ansonsten dominierte „Mad Max: Fury Road“: Das postapokalyptische Actionspektakel gewann die Oscars in den vier Kategorien Filmschnitt, Kostümdesign, Make-up/Hairstyling und Produktionsdesign. In dieser Kategorie hatte auch der deutsche Setdekorateur Bernhard Henrich für das Spionagedrama „Bridge of Spies: Der Unterhändler“ auf einen Oscar gehofft. Der in der Kategorie bester Kurzfilm nominierte „Alles wird gut“ von Patrick Vollrath ging ebenfalls leer aus.

          Zuvor waren bei der 88. Oscar-Verleihung die beiden Drehbuch-Oscars vergeben worden: Der Thriller „Spotlight“ um die Enthüllung eines Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche erhielt den Preis für das beste Original-Script und für den besten Film. Der Finanzthriller „The Big Short“ wurde für das beste adaptierte Drehbuch ausgezeichnet. Das Rachedrama „The Revenant - Der Rückkehrer“ wurde für die beste Kamera ausgezeichnet. Es war der dritte Oscar in Folge für den mexikanischen Kameramann Emmanuel Lubezki.

          Doch den größten Gesprächsstoff lieferte der schwarze Moderator Chris Rock. Die Awards seien auch als die „Preise der Weißen“ bekannt, sagte der 51-Jährige - gekleidet in einem weißen Anzug. Bereits zuvor hatte es Kontroversen gegeben, weil in den wichtigsten Kategorien keine Afroamerikaner nominiert sind. Im Internet lief die Debatte unter dem Hashtag #OscarsSoWhite.

          „Warum protestieren wir aber? Warum bei diesen Oscars?“ Diese ganze „keine Schwarzen“-Sache habe es schon mehr als 70 Mal gegeben. „Da gab es aber keine Prosteste“, sagte Rock mit Verweis auf die 50er und 60er Jahre. „Wir waren damit beschäftigt, vergewaltigt und gelyncht zu werden. Wenn deine Großmutter an einem Baum hängt“, dann sei einem egal, was die beste Dokumentation sei.

          Oscar-Preisträger 2016

          BESTES DREHBUCH

          “Spotlight“

           

          BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH

          “The Big Short“

           

          BESTE NEBENDARSTELLERIN

          Alicia Vikander

           

          BESTES KOSTÜMDESIGN

          “Mad Max: Fury Road”

           

          BESTES SZENENBILD

          “Mad Max: Fury Road”

           

          BESTES MAKE-UP UND BESTE FRISUREN

          “Mad Max: Fury Road”

           

          BESTE KAMERA

          “The Revenant”

           

          BESTER SCHNITT

          “Mad Max: Fury Road”

           

          BESTER TONSCHNITT

          “Mad Max: Fury Road”

           

          BESTER TON

          “Mad Max: Fury Road”

           

          BESTE VISUELLE EFFEKTE

          “Ex Machina”

           

          BESTER ANIMIERTER KURZFILM

          “Bear Story”

           

          BESTER ANIMIERTER FILM

          “Inside Out”

           

          BESTER NEBENDARSTELLER

          Mark Rylance

           

          BESTER DOKUMENTAR-KURZFILM

          A Girl in the  River: The Price of Forgiveness

           

          BESTER DOKUMENTARFILM

          “Amy”

           

          BESTER KURZFILM

          “Stutterer“

           

          BESTER FREMDSPACHIGER FILM

          Son of Saul (Ungarn)

           

          BESTE FILMMUSIK

          „The Hateful Eight“

           

          BESTER SONG

          "Writing's on the Wall” – Sam Smith (James Bond 007: Spectre)

           

          BESTE REGIE

          Alejandro G. Iñárritu – “The Revenant”

           

          BESTE HAUPTDARSTELLERIN

          Brie Larson

           

          BESTER HAUPTDARSTELLER

          Leonardo DiCaprio

           

          BESTER FILM

          „Spotlight“

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