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Frances McDormands Oscar-Rede : Gleichberechtigung jetzt!

  • -Aktualisiert am

Frances McDormand nimmt den Oscar als beste Hauptdarstellerin für den Film «Three Billboards Outside Ebbing, Missouri» entgegen. Bild: dpa

Die Oscar-Gewinnerin Frances McDormand ruft in ihrer bewegenden Rede zur Vielfalt in Filmbesetzungen auf. Dabei fällt ein Begriff, der viele Zuhörer ratlos zurücklässt: der „inclusion rider“.

          Es sind Reden wie die von Frances McDormand, über die am Morgen nach der Oscar-Nacht jeder spricht. Die Schauspielerin gewann den Oscar für ihre Hauptrolle in „Three Billboards Outside Ebbing“. In ihrer emotionalen Rede rief sie die Frauen Hollywoods dazu auf, sich zu solidarisieren.

          Doch vor allem ihr letzter Satz blieb den Zuhörern im Gedächtnis. „Ich lasse Euch mit zwei Worten zurück: inclusion rider“, sagte sie und verließ die Bühne – und die ganze Welt fragt sich, was hinter diesen Worten steckt.

          Der Begriff bezieht sich auf einen Paragraphen, der vertraglich absichern soll, dass bei einer Filmproduktion Frauen und Minderheiten ausreichend repräsentiert sind. Die Filmemacher verpflichten sich mit dieser Vertragsklausel zur Vielfalt in der Besetzung. Legt die Produktion dennoch nicht genug Wert auf Gleichberechtigung, soll es der „inclusion rider“ Regisseuren und Schauspielern ermöglichen, vom Film zurücktreten zu können, ohne eine hohe Vertragsstrafe zahlen zu müssen.

          Die Idee für die Vertragsklausel hatte ursprünglich Stacy Smith, die Vorsitzende der „Annenberg Inclusion Initiative“, die sich für Gleichberechtigung in der Unterhaltungsindustrie einsetzt. Nach Einschätzung von Stacy Smith repräsentiere die Besetzung der meisten amerikanischen Filme nicht die Diversität der Bevölkerung. Der „inclusion rider“ solle dazu beitragen, dass „die Welt auf dem Bildschirm aussieht wie die Welt, in der wir leben.“

          In einem Beispiel erklärte Smith, wie diese Welt aussehen könnte: Eine Filmbesetzung könnte zur Hälfte aus Frauen, zu 40 Prozent aus benachteiligten ethnischen Gruppen, zu 20 Prozent aus Menschen mit Behinderung und zu fünf Prozent aus Schauspielern, die wegen ihrer Sexualität benachteiligt werden, bestehen.

          Nach ihrer Rede sagte Frances McDormand in einem Interview, sie habe erst vor einer Woche von der Möglichkeit einer solchen Vertragsklausel erfahren. Die Branche durchlaufe zurzeit eine Veränderung, sagte sie. „Und ich denke, dass der „inclusion rider“ damit etwas zu tun haben wird.“

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