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Vorlage für Film „Green Book“ : Die Bibel für schwarze Autofahrer

  • -Aktualisiert am

Im Film: „Green Book“ zeichnet die Reise des afroamerikanischen Pianisten Don Shirley (Mahershala Ali) nach. Bild: Universal Pictures

Schwarzen Autofahrern wurde bis in die sechziger Jahre oft der Zugang zu Tankstellen und Toiletten verweigert. Tipps zu Orten, an denen sie nicht abgewiesen wurden, fanden sie im „Green Book“. Der gleichnamige Film ist für fünf Oscars nominiert.

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          Den Fauxpas von Regisseur Peter Farrelly, afroamerikanische Geschichte durch weiße Augen zu betrachten, will Nat Gertler nicht wiederholen. „Ich bin eher ein blasser Typ. Sie sollten auch mit einem Schwarzen über das ,Green Book’ sprechen“, sagt der kalifornische Autor und Verleger. Der Dreiundfünfzigjährige hat das lange vergessene „Green Book“ wiederaufgelegt, einen Reiseführer für Afroamerikaner aus den Jahren der Rassentrennung, der auch Farrellys für fünf Oscars nominierten Tragikomödie den Titel gab. „Rassendiskriminierung ist ein schwieriges Thema für einen Film“, sagt Gertler. „Trotzdem ist es wichtig, sich damit auseinanderzusetzen.“

          Gertlers Reise in das Amerika vor dem Civil Rights Act begann zufällig. Durch Podcasts und Zeitungsartikel hatte er immer wieder von dem „Negro Motorist Green-Book“ gehört. Vor dem Gesetz zur Gleichstellung im Jahr 1964 fanden Afroamerikaner bei Autofahrten nur schwer Hotels und Restaurants, die nicht nur Weißen vorbehalten waren. Aus Angst, wegen der Vorschrift „Whites Only“ bei Tankstellen und Toiletten abgewiesen zu werden, nahmen sie Benzinkanister und Nachttöpfe mit auf die Fahrt.

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