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Kleider machen Filmstars : Sie verwandelte Harrison Ford in Indiana Jones

  • -Aktualisiert am

Zieht Hollywoods Stars an: Deborah Nadoolman Landis Bild: WENN.com

Die stille Kunst des Kostümdesigns soll in Hollywood nicht untergehen. Für Deborah Nadoolman Landis ist das eine Lebensaufgabe.

          Ihr Favorit für die Oscars? Deborah Nadoolman Landis lobt Wes Andersons Tragikomödie „The Grand Budapest Hotel“ als elegant und geistreich, wirft aber schnell ein, sie wolle sich als stimmberechtigtes Mitglied der amerikanischen Filmakademie mit Urteilen zurückhalten.

          Dann gerät sie aber doch ins Schwärmen: „Haben Sie ,Boyhood‘ gesehen? Eine echte Herausforderung für jede Kostümbildnerin. Wie sieht man aus der Zukunft zurück, wie entscheidet man, welche Kleidungsstücke die Leute mit einer bestimmten Zeit verbinden?“ Die Kostümdesignerin Kari Perkins, die Ethan Hawke, Patricia Arquette und ihren Filmsohn Ellar Coltrane elf Jahre lang für die filmische Langzeitstudie über das Erwachsenwerden ausstaffierte, versuchte es mit modischer Zurückhaltung und dem Kleiderschrank der Hauptdarsteller. „Ein Glücksgriff“, sagt die Kostümbildnerin Deborah Nadoolman Landis. „Boyhood“ gehört zu den acht Produktionen, die in der Kategorie „Best Picture“ für die Academy Awards nominiert wurden.

          Dass beim Trubel um Trophäen und rote Teppiche in Hollywood die eher stille Kunst des Kostümdesigns nicht untergeht, nennt Nadoolman Landis ihre Lebensaufgabe. Die gebürtige New Yorkerin mit der charakteristischen Panto-Brille, die 1988 für ihre Kreationen in der Komödie „Coming to America – Der Prinz aus Zamunda“ für einen Oscar nominiert wurde, führte in Los Angeles einige Jahre die Costume Designer’s Guild, gründete an der University of California das David C. Copley Center für Kostümbildnerei und schrieb eine Handvoll Bücher über ihre Zunft.

          „Hollywoods Kostümbildner setzen sich intellektuell mit dem Plot auseinander. Sie wollen großartige Filme machen, nicht unbedingt großartige Outfits“, widerspricht Nadoolman Landis dem Vorurteil, „costume design“ beschränke sich auf das Shopping für Schauspieler im Auftrag des Regisseurs. „Um den Darsteller zum Leben zu erwecken, arbeiten wir von innen nach außen, nicht umgekehrt.“

          Weltweite Jagd nach den berühmten Kostümen

          In der Rolle des experimentierfreudigen Prinzen aus Zamunda, einem fiktiven Königreich in Afrika, drapierte sie Eddie Murphy tote Raubkatzen auf den Smoking. In der Westernpersiflage „Die drei Amigos“ schickte sie Chevy Chase, Steve Martin und Martin Short als gescheiterte Cowboydarsteller mit Sombreros und den reich verzierten Anzügen mexikanischer Großgrundbesitzer in die Wüste. Zu den bekanntesten Kreationen der Zweiundsechzigjährigen zählt neben Michael Jacksons roter Lederjacke aus dem Musikvideo „Thriller“ aber Harrison Fords Indiana Jones, der Held aus Steven Spielbergs „Jäger des verlorenen Schatzes“.

          „Mit der Krempe seiner Fedora haben wir lange herumexperimentiert. Sie musste genau die richtige Breite haben, um Harrisons blaue Augen zu betonen“, sagt Nadoolman Landis. Um Fords Geduld nicht zu strapazieren, verpflichtete die Produktionsfirma Lucasfilm für die Anproben eigens ein australisches Model. Nadoolman Landis’ Experimente mit Fedora, Lederjacke und Umhängetasche zahlten sich aus. „Die Figur hat etwas Besonderes“, erinnerte sich Ford später für die Ausstellung „Hollywood Costume“. „Ich glaube, sie passt einfach gut zu mir. Als ich das Kostüm anzog, hat sich mir ihr Wesen sofort erschlossen.“

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