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Oscar-Nominierungen : „Toni Erdmann“ geht ins Rennen

  • Aktualisiert am

Bei den Golden Globes gingen sie leer aus, bei den Oscars haben sie Chancen: Sandra Hüller (von hinten) und Peter Simonischek in „Toni Erdmann“. Bild: dpa

„La La Land“, „Arrival“, Nathalie Portman und Mel Gibson: Die Oscar-Akademie gab die Nominierungen für die diesjährige Preisverleihung bekannt.

          „Toni Erdmann“ von Maren Ade hat Chancen auf eine der höchsten Auszeichnungen Hollywoods. Das gab die Oscar-Akademie an diesem Dienstag bekannt. Die Nominierung für Maren Ades „Toni Erdmann“ ist die erste Oscarnominierung für einen deutschsprachigen Film seit „Das weiße Band“ von Michael Haneke im Jahr 2010. Zuletzt holte der Stasi-Film „Das Leben der Anderen“ von Florian Henckel von Donnersmarck 2007 die Trophäe nach Deutschland. Die Tragikomödie „Toni Erdmann“ ist einer von fünf Anwärtern in der Sparte „nicht-englischsprachiger Film“. Dazu gehören auch „Ein Mann namens Ove“ (Schweden) und „Tanna“ (Australien).

          Funkeln in der nordwestamerikanischen Frühjahrssonne: Oscar-Statuen vor dem Dolby Theatre in Hollywood Bilderstrecke

          Das Musical „La La Land“ geht mit zahlreichen Nominierungen ins Oscar-Rennen. Auch „Lion“, „Manchester by the Sea“, „Moonlight“ und „Arrival“ können sich über mehrere Nominierungen freuen. „La La Land“ wurde in der wichtigsten Kategorie als bester Film nominiert, darüber hinaus auch für das Drehbuch, den Schnitt, den Soundtrack und den besten Song. Außerdem gab es Nominierungen für die Hauptdarsteller Ryan Gosling, Emma Stone und Regisseur Damien Chazelle.

          Beim Europäischen Filmpreis hatte „Toni Erdmann“ Anfang Dezember fünf Trophäen bekommen, wenig später holte er eine Golde-Globe-Nominierung. Bei der Globe-Verleihung Anfang Januar wurden Maren Ades Hoffnungen aber enttäuscht. Der Preis ging an den französischen Film „Elle“ von Regisseur Paul Verhoeven.

          Das Vergewaltigungsdrama mit Isabelle Huppert ist bei der Oscar-Verleihung am 26. Februar aber kein Konkurrent. „Elle“ hatte es schon in einer Vorauswahl im Dezember nicht unter die Anwärter für den Academy Award geschafft.

          Die Oscar-Nominierungen in den wichtigsten Sparten

          Bester Film:
          - „Arrival“
          - „Fences“
          - „Hacksaw Ridge“
          - „Hidden Figures“
          - „Hell or High Water“
          - „La La Land“
          - „Lion“
          - „Manchester by the Sea“
          - „Moonlight“

          Beste Regie:
          - Mel Gibson („Hacksaw Ridge“)
          - Damien Chazelle („La La Land“)
          - Barry Jenkins („Moonlight“)
          - Kenneth Lonergan („Manchester by the Sea“)
          - Denis Villeneuve („Arrival“)

          Beste Hauptdarstellerin:
          - Natalie Portman („Jackie“)
          - Isabelle Huppert („Elle“)
          - Emma Stone („La La Land“)
          - Meryl Streep („Florence Foster Jenkins“)
          - Ruth Negga („Loving“)

          Bester Hauptdarsteller:
          - Casey Affleck („Manchester by the Sea“)
          - Denzel Washington („Fences“)
          - Viggo Mortensen („Captain Fantastic“)
          - Andrew Garfield („Hacksaw Ridge“)
          - Ryan Gosling („La La Land“)

          Beste Nebendarstellerin:
          - Viola Davis („Fences“)
          - Michelle Williams („Manchester by the Sea“)
          - Naomie Harris („Moonlight“)
          - Nicole Kidman („Lion“)
          - Octavia Spencer („Hidden Figures“)

          Bester Nebendarsteller:
          - Mahershala Ali („Moonlight“)
          - Jeff Bridges („Hell or High Water“)
          - Michael Shannon („Nocturnal Animals“)
          - Lucas Hedges („Manchester by the Sea“)
          - Dev Patel („Lion“)

          Bester fremdsprachiger Film, sogenannter
          Auslands-Oscar:

          - „Tanna“ (Australien)
          - „Unter dem Sand - Das Versprechen der Freiheit“ (Dänemark)
          - „Toni Erdmann“ (Deutschland)
          - „The Salesman“ (Iran)
          - „Ein Mann namens Ove“ (Schweden)

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