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Thomas-Cook-Insolvenz : Operation Matterhorn

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Am Pool wäre es jetzt schöner, aber wenigstens ist kein Krieg: Briten vor ihrer Repatriierung. Bild: AP

Urlauber buchen Pauschalreisen, weil sie eben keine Abenteuer erleben wollen. Nun kommt es anders. Und für die Briten gleich besonders hart.

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          Es ist vielleicht kein Zufall, dass Touristiker das „Mikroabenteuer“ zum neuesten Trend erheben. Im Schlafsack im Bayerischen Wald übernachten oder Querfeldeinwandern in Thüringen: Man soll, geht es nach den Vermarktern deutscher Naherholungsgebiete, kleine kontrollierte Fluchten in die nähere Umgebung wagen, das Smartphone zu Hause lassen und das abendliche Bad im See nehmen. Eventuell ist diese Anregung im Lichte jüngster Ereignisse gar nicht schlecht.

          Wer eine Pauschalreise bucht, der will möglichst wenig erleben, und wenn, dann nur in einem sehr überschaubaren Rahmen. Man will schnorcheln und Eselchen reiten. Auf einer Insel zu stranden und angesichts der Insolvenz des altehrwürdigen Reiseveranstalters Thomas Cook nicht zu wissen, wann man wieder heimfliegen kann, gehört jedenfalls zu den Unwägbarkeiten, die man lieber vermeiden möchte.

          In dieser Situation befinden sich derzeit immerhin 140.000 deutsche Reisende des Konzerns und seiner Tochterunternehmen. Die meisten werden wohl mit Condor-Maschinen heimfliegen können. Wer in den nächsten Tagen eine Reise vor sich hat, muss auf Anweisungen der „Notgeschäftsführung“ von Thomas Cook warten, was schon alarmierend nach Ausnahmezustand klingt.

          Doch das ist noch gar nichts gegen das heroische Unterfangen, dem sich die 150.000 britischen Kunden unterziehen müssen. Die Luftfahrbehörde des Vereinigten Königreiches, die CAA, spricht von nichts weniger als der größten „repatriation“, also Rückführung, in Friedenszeiten. Das Chartern von 45 Flugzeugen in aller Welt, denn in der Hochsaison stehen nicht eben viele Maschinen leer herum, läuft laut BBC unter dem hübschen Codenamen „Operation Matterhorn“ und wird vermutlich irgendwann unter diesem Titel verfilmt. Das Tourismusamt Zermatt weist unterdessen angesäuert darauf hin, dass „Matterhorn“ eine international geschützte Marke sei und für erholsame Ferien und Schweizer Sicherheit und Qualität stehe.

          Während Deutsche am Strand stranden, was allerhöchstens als Mikroabenteuer durchgeht, werden urlaubende Briten also ihrer Heimat entrissen und sind froh, dass wenigstens gerade kein Krieg herrscht. Die Bereitschaft zum Alarmzustand ist in diesen Brexit-Zeiten wirklich erstaunlich hoch.

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