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Oper : Service: Internationale Premieren zum Verdi-Jahr

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Giuseppe Verdi gilt als „als Musiker der Zukunft“. Anlässlich seines 100. Todestag am 27. Januar beginnt das Verdi-Jahr mit zahlreiche Premieren. Hier die Termine.

          Den 100. Todestag von Giuseppe Verdi nutzen Opernhäusern und Festspiele in aller Welt, um das Werk des Komponisten mit Inszenierungen, aber auch mit Symposien und ungewöhnlichen Projekten zu würdigen.

          Aus der New Yorker Metropolitan Opera überträgt der WDR am 27. Januar - dem Todestag - ab 19.00 Uhr live die Inszenierung der Oper „Aida“ mit Luciano Pavarotti als ägyptischem Feldherrn Radames. Ihm zur Seite stehen Deborah Voigt als Aida und Olga Borodina in der Rolle der eifersüchtigen Prinzessin Amneris. Als musikalischer Leiter steht James Levine am Dirigentenpult. „Nabucco“ unter James Levine hat am 8. März an der „Met“ Premiere.

          Alle drei Berliner Opernhäuser feiern Verdi mit einer „konzertierten Aktion“. Bis zum 24. Februar zeigen die Deutsche Oper, die Staatsoper Unter den Linden und die Komische Oper 35 Aufführungen von zehn Opern aus allen Schaffensperioden des Italieners. Auf dem Programm stehen zwei Premieren, mehrere Neueinstudierungen sowie ein internationales Symposium. Zum Verdi-Festival setzen die Opernhäuser auch auf die sonst kritisierten Programm-Doppellungen: Am 21. und 20. Januar können Musikliebhaber an der Komischen Oper die deutschsprachige Version des „Falstaff“ mit der italienischen Originalfassung in der Deutschen Oper vergleichen.

          Die Wiener Staatsoper beginnt das Gedenkjahr mit einem mehrwöchigen Verdi-Marathon. Seit 8. Januar bis Monatsende stehen bei 24 Aufführungen 13 Werke des italienischen Meisters auf dem Spielplan. Den Todestag begeht das Haus am Ring mit „Otello“. Am 31. Mai wird erstmals „Nabucco“ an der Wiener Traditionsbühne aufgeführt. Das Staatsopern-Ballett zeigt mit „Verdi-Ballett“ (Premiere 11. März) eine Kombination der fast immer gestrichenen Ballett-Szenen aus verschiedenen Verdi-Opern.

          In Italien sind zum 100. Todestag Verdis zahlreiche Veranstaltungen und Opernaufführungen im ganzen Land geplant. Die Mailänder Scala hat ihre gesamte Saison dem Komponisten gewidmet und zeigt unter der Leitung von Riccardo Muti neben „Troubadour“ unter anderem „Rigoletto“, „La Traviata“, „Falstaff“ und „Ein Maskenball“. Im September steht „Jerusalem“ unter Leitung von Zubin Mehta auf dem Programm, Lorin Maazel dirigiert im November „Luise Miller“.

          Auch die römische Oper widmet Verdi einen Großteil ihrer Aufführungen. Am 27. Januar wird das „Requiem“ gespielt, weitere Höhepunkte sind „Der Troubadour“ und „I due Foscari“. Riccardo Muti sagte jüngst, Verdi sei „ein Musiker der Zukunft“: „Das Problem einer Interpretation Verdis ist eine kulturelle Frage, die noch nicht gelöst ist. Verdi ist kein Komponist der Vergangenheit, man muss ihn erst noch entdecken und sich ihm unvoreingenommen annähern.“

          Das Royal Opera House in London wird in diesem Jahr drei Verdi- Opern zeigen - „Falstaff“, „Otello“ und „La Traviata“. „Falstaff“ wird auch am Todestag gezeigt. Am 27./28. Januar veranstaltet das Royal Opera House auf einer Studiobühne zwei Abende mit dem Titel „Viva Verdi“, bei denen in einer Musik und Textcollage des Künstlers gedacht wird.

          Im Teatro Real in Madrid gibt es am 27. und 29. Januar ein Requiem (es spielt das Symphonie-Orchester Madrid), und am 30. März wird „Don Carlos“ aufgeführt.

          Im Gran Teatro del Liceo in Barcelona findet am Todestag ein „Musik-Marathon“ statt, bei dem in drei Konzerten Partien aus allen bekannten Verdi-Opern gesungen werden. Zudem werden dieses Jahr „Un ballo in maschera“ und „Aida“ aufgeführt. Im November gibt es eine Konferenz über Verdi und sein Werk.

          Im wichtigsten Theater Athens, dem „Musikpalast“, sind im März fünf Aufführungen der Oper „Il Corsaro“ geplant.

          In Paris zeigt die Bastille-Oper „Don Carlo“ (16. März bis 7. April unter der musikalischen Leitung von James Conlon, das Theatre du Chatelet präsentiert „Otello“ mit Karita Mattila und José Cura unter der musikalischen Leitung von Myung-Whun Chung (26. März, 29. März und 1. April).

          Der Generalmusikdirektor und künstlerische Leiter der Hamburgischen Staatsoper, Ingo Metzmacher wird gemeinsam mit Regisseur Peter Konwitschny im Herbst Verdis Oper „Don Carlos“ in der französischen Original-Fassung auf die Bühne bringen.

          Am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin ist nach dem großen Erfolg mit „Aida“ in diesem Sommer eine „Nabucco“-Open-Air- Inszenierung (Premiere 21. Juni) vorgsehen. Bereits 30 000 Karten wurden verkauft, 60 000 Besucher sollen gelockt werden.

          In der Tokioter „Suntory Hall“ steht die Konzertreihe „Verdissimo“ auf dem Programm. Von Ende März bis Anfang April sind die Aufführungen „Don Carlo“, „Messa di Requiem“ und eine Verdi-Gala des Sängers Renato Bruson geplant. Im Neuen Staatstheater gibt es zudem über zwei Saisons hinweg insgesamt zwölf Opernaufführungen, davon sind allein fünf Verdi-Opern.

          Das Opernhaus Zürich will am Wochenende des Todestags (27. Januar) Verdis Requiem zwei Mal spielen, mit dem die Bühne auch bei den Wiener Festwochen zu Gast sein wird. Außerdem gibt es zwei Premieren: „Don Carlos“ (20. Januar) und „Macbeth“ (7. Juli).

          Die Opernfestspiele von Savonlinna in Finnland (7. Juli - 5. August) widmen sich in diesem Jahr vorwiegend dem Verdi-Jubiläum und bringen „Rigoletto“ (Neuinszenierung des Verdi-Spezialisten Ralf Langbacka), „Aida“ und „Macbeth“.

          In Stuttgart, dem „Opernhaus des Jahres“, hat am 20. Januar Don Carlo“ Premiere (Regie: Jossi Wieler).

          Am Badischen Staatstheater Karlsruhe findet in der Zeit vom 22. bis 27. Januar eine Verdi-Woche statt.

          Das Festspielhaus Baden- Baden hat am 31. Mai bzw. am 4. Juni im Rahmen der Herbert-von-Karajan-Pfingstfestspiele die Premiere der Neuinszenierung der Verdi-Oper „La Traviata“ auf dem Programm. Hierbei handelt es sich um eine Koproduktion
          des Mariinski-Theaters St. Petersburg mit dem Festspielhaus. Für Inszenierung und Bühnenbild zeichnet Philippe Arlaud verantwortlich. Als Dirigent ist Waleri Gergijew vorgesehen.

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