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Architektur für Olympia : Billiger, niedriger, grüner

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Bauwirtschaftlicher Neonationalismus, anheimelnd und bescheiden präsentiert: das Rund des neuen Stadions in Tokio Bild: Getty

Zaha Hadid disqualifiziert, Kengo Kuma nachnominiert: Was die Architektur des Nationalstadions in Tokio, Schauplatz der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele, über Japan verrät.

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          Die Auswahl des Entwurfs für das neue Olympiastadion in Tokio war holprig: Nachdem die irakisch-britische Architektin Zaha Hadid den Wettbewerb 2012 mit einem exaltierten Entwurf, der wahlweise an einen Fahrradhelm, einen Toilettensitz oder eine Schildkröte erinnerte, gewonnen hatte, ätzten japanische Architekten gegen den Jury-Entscheid. Es formierte sich Widerstand gegen ihren parametrisch entworfenen Vorschlag. Die Wirkung ließ auch dank politischer Unterstützung nicht lange auf sich warten: Zunächst wurde die Idee eines versenkbaren Daches fallen gelassen, um das ebenfalls überspannte Baubudget zurechtzustutzen, doch auch Hadids nachgebesserter Entwurf fand in Tokio keine Gnade. Der Wettbewerb wurde storniert, obwohl Hadids futuristischer Entwurf geholfen hatte, die Bewerbung um die Austragung der Olympischen Spiele zu gewinnen.

          Passend zur neonationalistischen Politik des damaligen japanischen Premierministers Shinzo Abe wurde nach einer erfolglosen Überarbeitung des Hadid-Entwurfs eine nationale Lösung für das Nationalstadion gesucht. Kurzerhand wurde eine zweite Konkurrenz ausgelobt, dieses Mal nur unter japanischen Bewerber-Teams aus je einem Baukonzern und einem Boutique-Architekten. Während Toyo Ito einen monumentalen Marshmallow entwarf, verließ sich Kengo Kuma auf sein Repertoire an anheimelnden Farben und Materialien sowie auf die Wirkung von Holzlamellen, die seine Gebäude auf der ganzen Welt prägen.

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