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Scholz' Wahlkampf : Muss ich mir nicht geben

Olaf Scholz und Armin Laschet im Kriseneinsatz Bild: EPA

Der Versuch der SPD, im Wahlkampf die CDU direkt anzugreifen, landet im Lächerlichen: Plötzlich geht es um Sex vor der Ehe. Was soll das denn?!

          2 Min.

          Auch Fehlervermeidungs-Wahlkämpfe entfalten ihre eigene Fehlerdynamik. Wer wie Armin Laschet die Minimierung von Angriffsflächen zur politischen Hauptsache macht, fängt sich ein Langweiler-Image ein, das den Gegner zu Projektionen einlädt. Weil Laschet von sich aus nicht anecken möchte und jede noch so ferne Möglichkeit des Aneckens mit seiner Rhetorik der „Jemeinsamkeit“ entschärft (nach Öcher Art formuliert, nicht heideggerisch), kriegt er vom PR-mäßig hochgerüsteten Gegner die Ecken verpasst, die Laschet „am rundreden ist“, in rheinisch-pazifistischer Grammatik gesprochen.

          Christian Geyer-Hindemith
          Redakteur im Feuilleton.

          Olaf Scholz hat mutmaßlich den Werbespot durchgewunken, in dem die SPD im Stil von „negative campaigning“ die CDU angreift. Laschet wird darin nicht direkt angegangen (der Mann hält sich, wie gesagt, bedeckt; als der Schlafwagen in Deutschland noch eine rollende Bezugsgröße war, hätte man gesagt, was besorgte Parteifreunde immer lauter sagen: Laschet möchte wohl im Schlafwagen ins Kanzleramt kommen). Statt sich an dem ungreifbaren Laschet abzuarbeiten, fragt die SPD in ihrem Werbespot, wer und was alles mitgewählt werde, wenn man Laschet wählt. Das verschwörerische Bild von der russischen Holzpuppe, in der lauter andere Puppen stecken, ist dafür – trotz zweifelhafter künstlerischer Umsetzung, wenn man vorliegend die etwas unbeholfene Holzbemalung berücksichtigt – vom Ansatz her eigentlich gar keine schlecht gewählte Ikonographie.

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