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Joseph-Breitbach-Preis 2020 : „Poetin mit eminenten Möglichkeiten“

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Widmet sich den Irrungen und Wirrungen eines eurozentrischen Jahrhunderts: Nora Bossong Bild: dpa

Politisch, aber ohne erhobenen Zeigefinger: Nora Bossong betrachtet die Versprachlichung von Welt als Verpflichtung, sich großen Themen zuzuwenden. Dafür erhält sie nun den Joseph-Breitbach-Preis.

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          Der mit 50.000 Euro dotierte Joseph-Breitbach-Preis geht in diesem Jahr an die aus Bremen stammende Autorin Nora Bossong. Die 38-Jährige sei eine „Poetin, die ihre eminenten Möglichkeiten zur Versprachlichung von Welt als Verpflichtung nimmt, sich den großen Themen zu stellen“, teilte die Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz am Dienstag mit. Ihr Werk sei zwar in jeder Zeile politisch, aber moralisiere nicht.

          Bossong widme sich den Irrungen und Wirrungen eines eurozentrischen Jahrhunderts, die Protagonisten ihrer Romane seien ganz unterschiedliche Frauen und Männer – vom Diplomaten in „Webers Protokoll“ aus dem Jahr 2009 über einen Textilfabrikanten und seine Tochter in „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (2012) bis hin zu einer UN-Mitarbeiterin in „Schutzzone“ von 2019. „Schutzzone“ war auch auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2019.

          Mehrfach geehrt

          Bossong soll den Preis am 25. September in Koblenz erhalten. Die Autorin studierte Kulturwissenschaften, Philosophie und Komparatistik und wurde schon mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt, etwa mit dem Thomas-Mann-Preis der Stadt Lübeck.

          Der Joseph-Breitbach-Preis erinnert an den gleichnamigen deutsch-französischen Schriftsteller und Publizisten (1903 bis 1980) aus Koblenz, der seit 1929 überwiegend in Frankreich lebte. Die nach ihm benannte Auszeichnung erhielten in der Vergangenheit unter anderen Arno Geiger, Brigitte Kronauer, Ilse Aichinger, Ingo Schulze, Dieter Wellershoff, Herta Müller, Raoul Schrott und Ursula Krechel.

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