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Neues von J. K. Rowling : Der Ickabog

Teilt ihre Gutenachtgeschichte vom Ickabog mit der Welt: J. K. Rowling Bild: dpa

Vor 13 Jahren erschien der letzte Harry-Potter-Roman. Jetzt stellt seine Autorin ein neues Buch kapitelweise und auch auf Deutsch ins Netz: eine Gutenachtgeschichte.

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          „Es war einmal ein kleines Land, das hieß Schlaraffien und wurde seit Jahrhunderten von einer langen Reihe von Königen mit blondem Haar regiert“ – so beginnt „Der Ickabog“, eine Gutenachtgeschichte, die nun, mehr als zehn Jahre nach ihrer Entstehung und Erstdarbietung für die Kinder der Autorin, kapitelweise ein größeres Publikum erreichen soll.

          Dass der Geschichte weltweite Aufmerksamkeit gewiss ist, liegt an der Autorin. Seit dem „Harry Potter“-Buchfinale, also immerhin schon seit 2007, hat J. K. Rowling Kriminalromane (teils unter Pseudonym), Filmdrehbücher und ein Theaterstück (als Ko-Autorin) geschrieben sowie Hintergrundtexte zu ihrer magischen Welt auf ihrer Website publiziert. Zudem erschien ein Märchenbuch, das dem Potter-Kosmos entnommen ist und neben einem dort ausgiebig zitierten Text auch einige neue enthält.

          Eigenartiger Humor

          Nicht alles davon reicht ästhetisch an die sieben eigentlichen Romane heran, besonders die Märchen erwiesen sich als leidlich inspiriert, wenn auch als nützlicher Hebel für den Fortgang der Potter-Handlung: Ohne Kenntnis der Geschichte von den drei „Heiligtümern des Todes“ hätten es Harry, Ron und Hermine im finalen Kampf gegen Lord Voldemort noch schwerer gehabt als ohnehin.

          Nun also „Der Ickabog“. Die ersten Kapitel sind bereits online, im Original und in einigen Sprachen übersetzt, darunter auch ins Deutsche; weitere Kapitel folgen in der nächsten Zeit, und das fertige Buch soll im November erscheinen. Soweit man bisher sehen kann, ist der Text eine etwas unausgegorene Mischung aus märchenhaften und allegorischen Elementen, bei denen die Autorin keinen Zweifel daran lässt, zu wem sie hält: Der König nennt sich selbst „Fred der Furchtlose“, weil er „einmal eine Wespe gefangen und totgeschlagen hatte – und das ganz alleine, wenn man die fünf Diener und den Stiefelknecht nicht mitzählte“, so in etwa ist hier der Humor gelagert.

          Es geht um Luxus, der der Oberschicht zugutekommt, um eine Näherin, die sich für den König zu Tode schuftet, und um einen mitleidlosen Monarchen, der nicht an dieses Opfer erinnert werden will und die Hinterbliebenen deshalb umsiedelt. Junge Leser können an einem Illustrationswettbewerb teilnehmen, den der deutsche Potter-Verlag Carlsen veranstaltet (ickabog-malwettbewerb.de), und es ist gar nicht ausgeschlossen, dass dabei aus einem mittelmäßigen Stoff ingeniöse Adaptionen entstehen.

          Tilman Spreckelsen
          Redakteur im Feuilleton.

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