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Hausaufgaben-App : Der Lehrer liest mit

  • -Aktualisiert am

Die Lehrerin an der guten alten, grünen Tafel. Schreiben von Hand könnte auch in den Schulen bald Geschichte sein. Bild: dpa

Mit Ausreden wird man nach dieser technischen Revolutionierung des Schulunterrichts nicht mehr durchkommen. Google präsentiert eine App, mit der Hausaufgaben jederzeit verteilt, betreut und kontrolliert werden können.

          Einige erinnern sich vielleicht noch an eine Schulzeit ohne Handys. Spätere Generationen eher daran, wie sie sie ihre Mobiltelefone mit zitternden Händen und starr auf die Tafel geheftetem Blick unter dem Tisch bedienten, bis sie vom Lehrer ertappt und „das Ding“ einkassiert wurde. „Das kannst du dir am Freitag im Sekretariat abholen“, hieß es dann.

          Damit soll Schluss sein, denn Google will nicht nur den Regenwald retten, sondern auch Smartphones und Tablets fest im Schulunterricht verankern. „Google Classroom“ heißt die Zauber-App, die Lehrern das Verteilen und Überprüfen  von schriftlichen Aufgaben mittels Google Docs und Google Drive ermöglichen soll. Der geneigte Wissensvermittler kann jederzeit verfolgen, welcher seiner Schützlinge die gestellten Aufgaben schon bearbeitet hat, Feedback in Echtzeit geben und das Ganze auch am Ende benoten.

          Auch die Schüler sollen davon profitieren. Hausaufgaben vergessen, weil man sie sich nicht im Hausaufgabenheft  notiert hat oder einen Tag mit Abwesenheit glänzte – nicht mit Google. Ab sofort macht der Lehrer seine Ankündigungen in der Cloud, unübersehbar für eine Schülergeneration, die sowieso den ganzen Tag bei WhatsApp rumhängt.

          „Lehrer und Schüler haben uns sehr dabei geholfen Classroom aufzubauen. Zum Beispiel sagte man uns, dass Lehrende nicht warten wollen, bis eine Aufgabe eingereicht wurde, um sie dann zusammen mit dem jeweiligen Schüler durchzugehen“, ließ Google-Produktmanager Zach Yeskel verlauten. Mit dem neuen Google-Produkt kann der Lehrer jetzt – welch ein Glück für den Schüler! -  jeden Satz in seiner Entstehung verfolgen und kommentieren. „Dass mit Doppel-S!“, „Bist du dir da sicher?“ oder „Deine Einleitung ist zu lang!“ werden den Schreibfluss konstant begleiten.

          Was soll jetzt noch kommen? Lernt die neue Lehrergeneration als Nächstes schon die ordnungsgemäße Benutzung von Overhead-Projektor und DVD-Player („Kann mal jemand nach vorne kommen, der sich damit auskennt?“). Dafür gibt’s doch sicher auch ’ne App.

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