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TV-Serien auf der Berlinale : Rezepte für die Kunst der Liebe

Frauen am Drücker: Marilyn Castonguay in „C’est comme ça que je t’aime“ Bild: Bertrand Calmeau

Längst hat sich die Berlinale auch als Ort für Serienpremieren etabliert. Aber sieht man dort mehr als zu Hause am Fernseher?

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          Nein, kein Mensch braucht ein Filmfestival, um neue Serien zu entdecken: Man schafft ja nicht einmal mehr, die alten zu Ende zu schauen. Monat für Monat überbieten sich die Streaming-Anbieter mit neuen Spektakeln, und auch wenn man die wirklich ambitionierten und aufregenden Ansätze inmitten all der bombastisch produzierten Blockbuster und der billigen Genre-Klone mittlerweile ein bisschen länger suchen muss, findet man noch mehr als genug. Es reicht ja, für sehr viele Stunden, wenn man sich drei- oder viermal im Jahr verliebt, in ein neues Gesicht, einen besonderen Blick auf die Welt, eine Form von Humor oder Dramatik, die man so bisher noch nicht gesehen hatte. Und wenn nicht, arbeitet man eben ein bisschen weiter an seiner Beziehung zu Carrie Mathison oder Saul Goodman oder gibt Gereon Rath doch noch mal eine Chance.

          Harald Staun

          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Dass man sich trotzdem freut, dass auch Fernsehserien inzwischen ihren festen Platz auf der Berlinale gefunden haben, liegt auch nicht daran, dass sie endlich, quasi mit künstlerischen Weihen, ernst genommen würden, weil sie endlich auch mal auf der großen Leinwand laufen dürfen. Auch den Kuratoren und den Zuschauern des Festivals dürfte bewusst sein, dass die Bilder, die fürs Wohnzimmer oder die Hosentasche gemacht werden, längst mit den Kinofilmen mithalten können, nicht nur an Aufwand und Budget, sondern auch an Anspruch und Popularität. Und dass es, jenseits der paar Tage voller Filmpremieren und roter Teppiche, eher das Kino ist, das sich einfallen lassen muss, wie es sich gegen die Konkurrenz behauptet. Auch die Tatsache, dass sich immer mehr ganz große Stars aus der Filmbranche, vor und hinter der Kamera, mit Serien versuchen, ist längst keine Sensation mehr.

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