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Netznutzung : Digital ist anders

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Dabei bin ich zwar kein digital native, sicherlich aber ein power user: Meine beiden Blogs nutze ich zur Verbreitung und zur Diskussion meiner Ideen in Beruf (www.vibrio.eu/blog) und Leben (www.czyslansky.net); mein Profil pflege ich auf Xing, LinkedIn und Facebook, damit sich andere ein Bild machen können, ob eine Kontaktaufnahme mit mir für sie einen Mehrwert in irgendeiner Form erbringen kann; in Twitter mache ich mir ein schnelles Bild der Agenden im Tagesgespräch meiner unterschiedlichen peer groups, und ich teile mich und meine Gedanken wie auch auf Google+ demjenigen mit, der sie hören will; in Facebook pflege ich alte berufliche und private Kontakte; über Doodle verwalte ich meine Termine, und da meine Reisebuchungen per Internet auch am einfachsten und schnellsten direkt erfolgen, habe ich meine Sekretärin erst zur Assistentin befördert und dann vor einigen Jahren abgeschafft;

Per Foursquare erhalte ich von lieben Freunden immer mal Hinweise auf ordentliche Restaurants (aber nur wenigen Freunden ist in kulinarischen Dingen wirklich zu trauen); über Memonic organisiere ich meine Online-Recherchen und Archivablagen; über Spreed konferiere ich online mit Kunden und Partnern; über Skype halte ich zum Beispiel engen Kontakt mit meiner Tochter in Israel; für meine Tätigkeit in der Agentur kommen dann schnell noch mal ein Dutzend Werkzeuge für Online-Umfragen, die Redaktion und den Versand von E-Mail-Newslettern und vieles mehr dazu. Ein paar Meta-Tools wie Tweetdeck und Netvibes verbinden all diese Internetwerkzeuge und integrieren sie in multifunktionale Cockpits. Erreichbar bin ich überall, jederzeit für jedermann - wenn ich will!

Digital ist nicht besser, aber auch nicht schlechter

Abgesehen von der Musik, der Literatur und den Zeitungen ist für mich mit dem Internet alles besser und einfacher geworden. Zeitungen werde ich eines Tages so vermissen wie heute schon meinen Platten- und Buchhändler. Vielleicht werde ich auch einige neue Bücher, die in zwanzig Jahren nur noch als E-Books erscheinen werden, vermissen. Auf Vinyl besitze ich fast alles, was mir lieb und wertvoll ist. Das hält.

Solange wir uns nicht der falschen Hoffnung hingeben, dass Kommunikation und Öffentlichkeit per se schon ein Anzeichen für gesellschaftlichen Fortschritt sind, solange wir Vergesellschaftlichung nicht falsch als Vergesellschaftung interpretieren, solange wir vom Internet nicht erwarten, dass das Brot billiger wird - um es mit Brecht zu sagen -, ist alles gut in unserem persönlichen Umgang mit Internet & Co. Mir erleichtert das Internet Leben und Arbeit in tausend Dingen. In gesamtgesellschaftlicher Sicht aber gilt: Digital ist eben nicht besser. Aber auch nicht schlechter. Digital ist einfach anders.

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