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Historische Kultorte : Die Natur macht ihr Thing alleine

Vom Wald zurückerobert: der 1934 errichtete Thingplatz in Windeck-Herchen Bild: Jewgeni Roppel

Erbaut wurden die Thingstätten im Nationalsozialismus, noch heute dienen manche als Festspielbühne: Forscher und Künstler erkunden die historischen Kultorte.

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          Sie sind an vielen Orten, oft kaum noch sichtbar in ihren Überresten – die Thingstätten. Doch wer einmal ein Konzert mit Anna Netrebko von der Berliner Waldbühne aus gehört oder dort den Auftritt des Popmusikers Prince gesehen hat: Es geschah auf einer einstigen Thingstätte. Wer aber kennt noch deren Historie?

          Rose-Maria Gropp
          Redakteurin im Feuilleton.

          Eigentlich sind die Thingstätten Freilichtbühnen, die zwischen 1933 und 1936 aufgebaut wurden, nach der Vorlage antiker Amphitheater, ohne Trennung zwischen Publikum und Darstellern. Sie wurden aus urtümlichen Baumaterialien errichtet, umgeben von eindrucksvoller Natur, unter freiem Himmel. Der Begriff schließt an den Thingplatz als nordisch-germanischem Gerichts- und Versammlungsort an. Sie entstanden unter den Vorzeichen des beginnenden Nationalsozialismus; sie sollten der bereits in der Weimarer Republik gegründeten Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) zunächst für „Thingspiele“, eigens geklitterte Spielstücke einschlägiger Denkungsart, dienen: zur Inszenierung von „Volksgemeinschaft“. Einige Thingstätten sind noch immer beliebte Plätze für Ausflüge oder Festivitäten, nun freilich unter völlig veränderten Vorzeichen.

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