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„Love“-Song für das All : Nasa Del Rey

  • -Aktualisiert am

Galaktisches Badeerlebnis auf Trappist 1e. So stellt sich Lana Del Rey die Zukunft vor. Standbild aus dem Musikvideo „Love“. Bild: Youtube

Ein sphärischer Lockruf: Das Musikvideo zur neuen Single „Love“ von Lana Del Rey muss auch die Nasa inspiriert haben. Deren Werbekampagne für das Reisen zwischen den neu entdeckten Planeten sieht ihm verdächtig ähnlich.

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          Lass uns ins Schwerelose schweben und die Sterne bereisen, die in deinen Augen funkeln. Der Entschluss steht fest, wir können nicht länger auf eine bessere Zukunft hoffen, wir müssen uns neue Sphären erobern. Die anderen kommen auch, lass uns noch einen Drink und eine Zigarette genießen und dann die weltlichen Laster vergessen und die Schönheit der galaktischen Weiten erkunden. Der Cadillac deines Vaters wird unser Raumschiff sein, ich sehe ihn bereits die unbekannten Planeten umkreisen, und die Liebe allein wird stark genug sein, uns den Weg dorthin zu weisen, wo sich unbekannte Meere vor uns auftun, völlig losgelöst von der Erde. You’re part of the past, but now you’re the future, singt Lana del Rey im Radio.

          Auf unserer Reise werden wir sieben erdähnliche Planeten entdecken, so, wie es die Nasa uns prophezeit hat. Ich sehe dich gerade noch mit geschlossenen Augen auf einer Kraterklippe tanzen, und während hinter dir ein Kometenregen die Dunkelheit durchbricht, steigen wir schon wieder hinab zu den Küsten eines juwelenschwarzen Meeres, über das uns ein Motorboot trägt, in dessen Bugwelle das rote Schimmern der zum Greifen nahen zehn Monde Abertausende Male reflektiert. Ein Rausch der Sinne wird uns durchfluten, don’t worry, baby, wir haben die Zukunft in der Hand. Und während auf der fernen Erde der republikanische Präsident unsere intergalaktische Entdeckung als Fake bezeichnen wird, senden wir immer neue „Blue Marbles“, versehen mit den Hashtags #lanadelreylove, #spacelove, #followusintospace, #lovesong, #futurenow.

          Achtzehn Millionen Menschen haben sich allein in der ersten Woche das retrofuturistische Weltraumreisenvideo zu Lana Del Reys Lied „Love“ auf Youtube angeschaut. Unter ihnen müssen auch jene Mitarbeiter in den Kreativbüros der Nasa gewesen sein, die, offenbar berauscht vom jüngsten PR-Erfolg, ironische Tourismusplakate in Umlauf brachten, die für das „Planeten-Hopping“ nach „Trappist-1e“ werben. Denn diese sehen 1a so aus wie Del Reys Video, das bemerkenswerterweise vor den Neuigkeiten von den sieben Planeten entstand.

          Die Kreativabteilung der Nasa hat sich offensichtlich von Lana Del Rey inspirieren lassen. Das Werbeplakat fürs „Planeten-Hopping“.

          Wenn die Unternehmungen von Naturwissenschaften und Musikindustrie so phantastisch ineinandergreifen, wie sie es in diesen Tagen getan haben, dann darf uns gleich sein, ob die Sirenen, die uns rufen, fake sind oder nicht. Wir sind die neuen Argonauten, die an den schroffen Klippen der Tatsachen vorbei in eine schwerelose Zukunft steuern. „I get ready, I get all dressed up / To go nowhere in particular.“ Und ein Update: Donald Trump hat das Video jetzt auch gesehen. Eine neue Machbarkeitsstudie soll die Möglichkeit einer baldigen bemannten Mondreise prüfen.

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