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An diesem Samstag hat Mick Jagger seinen 65. Geburtstag gefeiert, und weil man nicht im Voraus gratulieren soll, verbinden wir unsere Gratulation mit dem dringenden Wunsch, dass ihm niemand übersetze, welche Ehrentitel den deutschen ...

          An diesem Samstag hat Mick Jagger seinen 65. Geburtstag gefeiert, und weil man nicht im Voraus gratulieren soll, verbinden wir unsere Gratulation mit dem dringenden Wunsch, dass ihm niemand übersetze, welche Ehrentitel den deutschen Medien für diesen Mann einfallen, der doch als Sänger, Komponist und Veteran seiner eigenen Biographie schon hinreichend beschrieben ist. "Rock-Legende", "Rock-Dinosaurier", "Altrocker". Am Freitagabend wurde schon bekannt, welches Geburtstagsgeschenk die Rolling Stones und Jagger sich selbst gemacht haben: Sie wechseln noch einmal die Plattenfirma, verlassen EMI und gehen zu Universal. Diese Firma sei zukunftsgerichtet und kreativ, heißt es in einer Stellungnahme der Band. Das Frühwerk der Rolling Stones kann damit als abgeschlossen gelten; die Band tritt in die mittlere Schaffensphase ein.

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          Der für seinen Film "Requiem" mehrfach ausgezeichnete Regisseur Hans-Christian Schmid beginnt am Dienstag mit den Dreharbeiten seines Politthrillers "Sturm". In der internationalen Produktion, zu der Schmid zusammen mit Bernd Lange das Drehbuch geschrieben hat, wird es um eine Anwältin gehen, die als Anklägerin am Kriegsverbrechertribunal für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag arbeitet. Sie kann eine in Berlin lebende Bosnierin überzeugen, gegen einen mutmaßlichen serbischen Kriegsverbrecher auszusagen, und gerät in Konflikt mit den Interessen der internationalen Politik und mit den serbischen Nationalisten. Die Rolle der Anwältin übernimmt Schauspielerin Kerry Fox, die durch ihre Hauptrolle in "Intimacy" bekannt wurde. Die rumänische Schauspielerin Anamaria Marinca wird als Zeugin zu sehen sein.

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          Der Schauspieler Kirk Douglas, 91, hat seiner alten Universität eine Million Dollar für Stipendien vermacht. Damit soll es Studenten aus Minderheitengruppen ermöglicht werden, die private St. Lawrence University in Canton im US-Staat New York zu besuchen. Douglas selbst erwarb im Jahre 1939 ein Diplom von dieser Hochschule, die vor allem auf Kunst- und Geisteswissenschaften spezialisiert ist. 1999 spendete der Schauspieler der Universität schon einmal eine Million Dollar.

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          Der große Tenorsaxophonist Johnny Griffin ist gestorben; er wurde achtzig Jahre alt - und mehr als die Hälfte davon hat er in Europa verbracht, in den Niederlanden und in Frankreich, wo die Helden, die Veteranen und die Versehrten des amerikanischen Jazz ja immer den Respekt und das Geschichtsbewusstsein finden, die ihnen das schnelllebige und neuigkeitssüchtige Amerika verwehrt. Johnny Griffin war schon mit siebzehn gut genug, im Orchester von Lionel Hampton zu spielen, und mit Anfang zwanzig war er genial - er hatte, als er sein Instrument zu spielen begann, dem warmen Klang von Ben Webster nachgehört; dann kam, mit Charlie Parker, der Bebop-Schock, und in diesem Spannungsfeld spielte Griffin fortan seine Soli. So schnell wie Parker, mit so viel Tiefe wie Webster oder Coleman Hawkins, so prägte er den Groove von Art Blakey and the Jazzmessengers, gab der Nervosität von Thelonious Monk eine solide rhythmische Grundlage und spielte den idealen Widerpart für die Trompeten-Balladen von Chet Baker. Als die Kritiker, um die Mitte der sechziger Jahre herum, sich in den Free Jazz verliebten, fing Griffin an, sich unverstanden zu fühlen, gab aber, wenn er in Europa spielte, kein Grad seiner hohen Temperaturen preis. Den Geschwindigkeitsweltrekord hielt er ohnehin. Und beteuerte in jedem Altersinterview, er habe immer nur nach Schönheit gestrebt. F.A.Z.

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