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Musikpreise : Ray Charles großer Gewinner der Grammys

  • Aktualisiert am

Schwer beladen mit vier Grammys: Alicia Keys Bild: REUTERS

Die diesjährige Grammy-Verleihung wurde zur großen Hommage an die verstorbene Soul-Legende Ray Charles. Grammys gingen auch an die Violinistin Anne-Sophie Mutter und den früheren Präsidenten Clinton.

          Als große Hommage an die im Juni verstorbene Soul-Legende Ray Charles sind die diesjährigen Grammy Awards zelebriert worden. Der Schöpfer des Soul wurde in der Nacht zum Montag auch mit dem Hauptgrammy für das beste Album des Jahres ausgezeichnet.

          Charles hatte die CD „Genius Loves Company“ in seinen letzten Lebensmonaten mit Musikgrößen wie B.B. King, Elton John und Willie Nelson aufgenommen. In seiner Jahrzehnte währenden Karriere hatte er zuvor insgesamt 12 Grammys gewonnen. Zu seinen nun posthum verliehenen Preisen der amerikanischen Musikakademie gehörte auch der Grammy für die Single des Jahres. Er ging für den Song „Here We Go Again“ an Charles sowie an seine junge Duett-Partnerin Norah Jones.

          Jamie Foxx ist wieder „Ray“

          Die Jazz-Sängerin bedankte sich überglücklich und würdigte Charles als großen alten Meister des Soul. „Ich fange gleich an, zu weinen“, sagte sie. Der Preis mache deutlich, wie wundervoll Musik sein könne. „Zusammen mit Ray Charles ist das hundertprozentig so.“ Der Schauspieler Jamie Foxx, der für die Verkörperung des Soul-Genius in dem Musikfilm „Ray“ für einen Oscar nominiert ist, begeisterte das Publikum in der Grammy-Nacht mit einer Interpretation des Charles-Welthits „Georgia on My Mind“, während Altmeister Quincy Jones dazu das Orchester dirigierte. Ingesamt fünf Preise für das Album gingen direkt an Charles, drei weitere galten dem Sound, Engineering und Instrumental-Arrangement.

          Schwer beladen mit vier Grammys: Alicia Keys Bilderstrecke

          Zu den anderen herausragenden Gewinnern der Grammy-Nacht gehörten die R&B-Musiker Alicia Keys und Usher mit vier sowie drei Auszeichnungen. Auch die irische Rockband U2 holte sich drei Grammys. Den Preis für das beste Rock-Album gewann die Band Green Day mit ihrer punkige Politrock-Oper „American Idiot“. Darin nehmen sie das neokonservative Amerika unter George W. Bush kräftig auf die Schippe. „Rock and Roll kann gefährlich sein und zugleich Spaß machen“, sagte Green-Day-Bandleader Billy Joe. Die Gruppe aus Kalifornien hatte zuletzt vor elf Jahren einen Grammy gewonnen, schaffte es aber mit ihrer musikalischen Regierungskritik nun wieder auf die Titelseite des Magazins „Rolling Stone“.

          Maroon 5 statt Kanye West

          Der HipHop-Musiker und -Produzent Kanye West, der mit zehn Anwartschaften der große Favorit war, schnitt weniger gut ab, als erwartet. Er holte sich aber die Grammys für das beste Rap-Album mit seiner CD „The College Dropout“ sowie für den besten Rap-Song mit „Jesus Walks“. Entgegen aller Erwartungen gewann West nicht den Grammy in der Kategorie „Bester neuer Künstler“. Dieser Preis ging an die Popband Maroon 5. Deren Leadsänger Adam Levine verneigte sich auf der Bühne vor dem Konkurrenten und sagte: „Kanye West, ich danke dir, daß du so unglaublich gut bist.“

          Zu den Überraschungen der Grammy-Party gehörte, daß die Popsängerin Britney Spears den ersten Grammy ihrer Laufbahn gewann. Die 23jährige bekam ihn für den Song „Toxic“ als beste Dance-Aufnahme. Eine der herausragendsten Musikdarbietungen der Nacht war der Auftritt Rockerin Melissa Etheridge. Es war ihr erster, seit sie an Brustkrebs operiert wurde und eine Strahlentherapie hinter sich brachte. Etheridge sang zu Ehren von Janis Joplin, die posthum mit einem Lebenswerk-Grammy ausgezeichnet wurde, deren Superhit „Piece of My Heart“.

          Grammys nach Berlin und München

          Auch die Münchner Violinistin Anne-Sophie Mutter und der Berliner Musikproduzent Martin Sauer sind mit einem Grammy geehrt worden. Bei der 47. „Annual Grammy Awards“ am Sonntag in Los Angeles wurde Mutter in der Kategorie als Beste Instrumentalsolistin mit Orchester ausgezeichnet, wie der Veranstalter in der im Internet veröffentlichten Siegerliste mitteilte.

          Die Stargeigerin Mutter erhielt bereits mehrere dieser weltweit bedeutendsten Musikpreise, unter anderem im Jahr 2000 in der Kategorie Kammermusik. Sauer bekommt den Grammy in der Kategorie Beste Opernaufnahme.

          Bill Clinton erhält Grammy für „My Life“

          Der ehemalige amerikanische Präsident Bill Clinton ist am Sonntag zum zweiten Mal mit dem „Grammy“ ausgezeichnet worden. Er erhielt die Ehrung für das Hörbuch seiner Memoiren „My Life“.

          Clinton hatte bereits im vergangenen Jahr einen „Grammy“ für eine Hörbuch-CD für Kinder erhalten. Er hatte zusammen mit dem früheren sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow und der Schauspielerin Sophia Loren „Peter und der Wolf“ von Sergej Prokofjew aufgenommen.

          Vergeben wird der Grammy seit 1957 jährlich von der National Academy of Recording Arts and Sciences in Los Angeles. Die Auszeichnung wird derzeit in 107 Kategorien verliehen.

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