https://www.faz.net/-gqz-p6pu

Musikpreise : Avril Lavigne triumphiert beim „Comet“ - Manson-Drummer stürzt schwer

  • Aktualisiert am

Gewinnerin des Comet-Preises: Rocksängerin Avril Lavigne Bild: dpa/dpaweb

Die kanadische Rocksängerin Avril Lavigne gewann bei der „Comet“-Verleihung in Köln den Preis in der Kategorie „Bester internationaler Künstler“. Pech hatte mit einem Sturz von der Bühne der Schlagzeuger von Marilyn Manson.

          2 Min.

          Der Auftritt des amerikanischen Schock-Rockers Marilyn Manson sollte ein glanzvoller Höhepunkt der zehnten „Comet“-Verleihung am Freitagabend in Köln werden: Doch dann stürzte der Schlagzeuger des in einem teuflisch-roten Anzug auftretenden Stars bei dem Song „Personal Jesus“ von der hochgefahrenen Bühne und zog sich eine Gehirnerschütterung zu.

          Die Jubiläumsparty mußte unterbrochen werden, für 20 Minuten beherrschte nicht Partylaune, sondern Ungewissheit über den Ausgang des Unglücks die Stimmung in der Halle. Ansonsten präsentierte sich die Musik-Gala als ausgelassenes Fest, bei der die kanadische Rocksängerin Avril Lavigne für die größte Überraschung des Abends sorgte. Die erst 19-Jährige setzte sich in der Kategorie „Bester internationaler Künstler“ durch und stach damit Top-Stars wie Robbie Williams und Britney Spears aus.

          Ganz lässig nahm die in olivgrünen Schlabberhosen und schwarzem Kapuzenpulli gekleidete Rockgöre den Preis entgegen. Am Ende des Abends bedankte sie sich mit einem Live-Auftritt vor rund 14 000 begeisterten Fans in der KölnArena.

          HipHop stark vertreten

          Stark vertreten war in diesem Jahr auch HipHop-Musik: Der Berliner Rapper Sido - wie immer mit Maske über dem Gesicht - wurde als bester nationaler Newcomer geehrt. In der Kategorie „Video National“ setzten sich die Fantastischen Vier mit dem Clip zu ihrer Erfolgssingle „Troy“ durch. Als bestes internationales Video wurde „Bad Day“ von R.E.M. ausgezeichnet.

          Die Trophäe in der Kategorie „R'n'B/HipHop“ ging an die Black Eyed Peas, die im vergangenen Jahr mit dem Album „Elephunk“ ihren Durchbruch in den Charts geschafft hatten. Den Preis als beste deutsche Band sicherte sich das Berliner Duo Rosenstolz, das live ein Medley der Hits „Liebe ist alles“ und „Willkommen“ präsentierte.

          Zahlreichen Auftritte internationaler Musikgrößen

          Glanz verliehen der Gala die zahlreichen Auftritte internationaler Musikgrößen: Ob Rocker Bryan Adams oder Popsängerin Nelly Furtado im Duett mit den Sportfreunden Stiller: die „Comet“-Verleihung, die erstmals ohne Anbindung an die nach Berlim umgezogene Musikmesse Popkomm und das Kölner Ringfest stattfand, lockte auch in diesem Jahr mit vielen Stars. „Wir haben es geschafft, wieder eine hochkarätige Veranstaltung auf die Beine zu stellen“, sagte Viva-Programmdirektor Stefan Kauertz. Allerdings war auffällig, daß bis auf Sido alle ausgezeichneten Künstler auch als Live-Act gebucht worden waren.

          Wenige Akzente setzten dagegen die Schauspieler Wolke Hegenbarth und Ralf Bauer, die gemeinsam durch den Abend führten. Zu blaß und ohne Witz blieben ihre Anmoderationen. Auf originelle Weise bedankten sich viele Preisträger: Der als bester nationaler Künstler ausgezeichnete Dick Brave - hinter ihm verbirgt sich der deutsche Sänger Sacha in seiner Rolle als kanadischer Rock'n'Roller - stimmte mit seiner Band The Backbeats ein a Capella gesungenes „Thank You“ an. Stefan Raab sang gemeinsam mit Bully Herbig, Christian Tramitz und Rick Kavanian eine Ukulelen-Version des Hits „Space Taxi“ zur Kinokomödie „(T)Raumschiff Surprise“. Sie erhielten einen Spezialpreis für den besten Filmsong.

          Weitere Themen

          Warum nicht reinen Wein einschenken?

          Abendmahlsstreit : Warum nicht reinen Wein einschenken?

          Es geht um das „Wie“ der göttlichen Präsenz: Die jüngste Wortmeldung des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologen ist methodisch übergriffig.

          Höhenflüge mit Chickenwings

          Pop-Anthologie (109) : Höhenflüge mit Chickenwings

          „Whack World“: Mit 15 Songs in 15 Minuten sprengt die Rapperin und Sängerin Tierra Whack die Aufmerksamkeitsregeln - und schillert in ihrem lyrischen Spiel als tragikomische Figur.

          Topmeldungen

          Der Hauptangeklagte im Prozess um den Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Lübcke, Stephan Ernst (rechts), mit seinem Anwalt  am Tag der Urteilsverkündung

          Urteil im Lübcke-Prozess : Es war mehr als Mord

          Das Urteil im Lübcke-Prozess ist angemessen. Über die Sühne für die Tat hinaus sind jedoch weitere Konsequenzen nötig. Nichts lässt sich ungeschehen machen, aber Läuterung ist möglich.
          In der Schusslinie: Kölner Erzbischof Woelki könnte in einem Missbrauchsfall besser im Bilde gewesen sein, als er zugibt (Archivbild).

          Missbrauch in der Kirche : Verantwortliche ohne Namen

          Hat der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki 2015 einen Missbrauchsfall vertuscht? Der Verdacht wurde nach Rom gemeldet. Doch der Vatikan ließ die selbstgesetzte Antwortfrist verstreichen.
          Urheberrechte im Internet? Leistungsschutzrecht? Das Bundesjustizministerium legt einen Gesetzentwurf vor.

          Streit ums Urheberrecht : Katzenmusik

          Die Bundesregierung hat den Gesetzentwurf für ein neues Urheberrecht doch noch nicht beschlossen. In letzter Minute melden sich Kritiker, die Musikindustrie macht ganz großen Alarm. Ihre Polemik ist übertrieben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.