Robert Plant und Alison Krauss : Der freie Flugsand der Verständigung

„Raise the Roof“, das zweite gemeinsame Album von Alison Krauss und Robert Plant, zeigt, was „zu zweit singen“ bedeutet: gleichzeitig dem oder der Nächsten zuzuhören und sich dabei selbst auch noch klar auszudrücken. Wahnsinn.
Auf „Raising Sand“ (2007), dem ersten Album, das die Sängerin, Geigerin, Band- und Solo-Künstlerin Alison Krauss mit dem Blues-und-Hard-Rock-Altfelsen Robert Plant (berühmt geworden bei Led Zeppelin) aufgenommen hat, beweist das stärkste Stück „Gone Gone Gone (Done Moved On)“, dass drei scheinbar unvereinbare Gemütsfarben, hier: Schmerz, Frechheit und Tapferkeit, eine nie dagewesene dritte ergeben können – Frau Krauss mischt sie zusammen, als wäre das gar nix, hilfreich raschelt Plant dazu mit winzigen Stacheln, die ihm im Mund wachsen, und am Ende hat die trotzige Trennung, um die es in dem Lied geht, einfach ansteckend gute Laune. Von „Raising Sand“ wurden mehr als zwei Millionen Einheiten verkauft, das Ding fuhr alle erreichbaren Preise ein. Der jetzt veröffentlichte Nachfolger „Raise the Roof“ muss also hohen, von Krauss und Plant selbst gesetzten Maßstäben genügen, das ist halt „The Price of Love“.





