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Musik : Soul-Sänger Barry White gestorben

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Barry White, 1944 - 2003 Bild: AP

Der amerikanische Soulsänger Barry White ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Er erlag nach langer Krankheit am Freitag in einem Krankenhaus in Los Angeles einem Nierenleiden.

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          Der amerikanische Soulsänger Barry White ist im Alter von 58 Jahren gestorben. Er erlag nach langer Krankheit am Freitag in einem Krankenhaus in Los Angeles einem Nierenleiden, wie sein Manager Ned Shankman mitteilte. Der preisgekrönte Rhythm-and-Blues-Sänger landete seit den 70er Jahren zahlreiche internationale Hits, unter ihnen „You're The First, The Last, My Everything“ und „Can't Get Enough Of Your Love“. Der füllige Sänger mit der markanten Bass-Stimme verkaufte insgesamt mehr als 100 Millionen Platten. Er hinterläßt acht Kinder und mehrere Enkelkinder.

          White hatte im Mai einen Schlaganfall erlitten und kämpfte seit längerem mit einem hohen Blutdruck. Nach dem Schlaganfall hatte seine Tochter Shaheara White noch die Hoffnung geäußert, ihr Vater werde sich so weit erholen, daß er eine Nierentransplantation überstehen könne. White hatte seit September auf eine Spenderniere gewartet. Da er einen Großteil der vergangenen neun Monate White im Krankenhaus verbrachte, mußte er Konzerte absagen.

          Tellerwäscher-Karriere

          White hat die klassische Tellerwäscher-Karriere durchlaufen. Geboren 1944 in Galveston im amerikanischen Bundesstaat Texas, wuchs er in Los Angeles in dem Vorort Watts auf und erlebte dort täglich Bandenkriminalität und Gewalt. White stahl Autos, brach in Häuser ein, trank und schlug sich mit Rivalen. Noch als Jugendlicher wurde er zwei Mal Vater. Als er 1960 wegen eines Reifendiebstahls fünf Monate lang im Gefängnis saß, hörte er eine Lied von Elvis Presley, das sein Leben veränderte. Er nahm sich die Worte „Entweder jetzt oder nie“ ("It's Now or Never") zu Herzen und beschloss, ein neues Leben anzufangen.

          Am Anfang seiner Karriere

          Whites Karriere zeichnete sich schon während seines Stimmbruchs ab: „Als meine Stimme tiefer wurde, konnte ich ihrer Kraft nicht mehr entkommen“, sagte er einmal. „Überall, wo ich hinkam, konnte ich sehen, welche Wirkung sie sofort auf die Leute hatte.“ Seine Mutter habe aufgeschrien, ihr 14-jähriger pubertierender Sohn plötzlich seine „hohe Michael-Jackson-Stimme“ verlor. Anders als die meisten Jungen habe er zwei Stimmbrüche gehabt: Zuerst zum Tenor und dann noch einmal zum Bass, erzählte White. Da sei die Stimme „so tief wie vom Empire State Building“ gefallen.

          Erfolg mit „Love Unlimited“

          White begann seine musikalische Laufbahn als Leiter eines Baptistenchors und nahm in den 60er Jahren seine ersten Lieder auf. 1969 gründete er die Gruppe „Love Unlimited“ (Unbegrenzte Liebe), die später zu einem 40-köpfigen Orchester erweitert wurde. Im Zeitalter der Disko-Musik der 70er Jahre ging es mit Whites Karriere steil bergauf, sein erster Solo-Hit war 1973 „I'm Going to Love You Just a Little Bit More, Baby“.

          Die Inhalte seiner Musik drehten sich stets um die Liebe. White war zwei Mal verheiratet. „Die Liebe ist die ehrlichste Sache. Die Leute sind immer damit beschäftigt: entweder sie verlieben sich gerade oder entzweien sich“, sagte White einmal über das Hauptthema seiner Songs, für die er auch selbst die Texte schrieb. Marinebiologen sollen White-Songs verwendet haben, um Haie zum Liebesspiel zu treiben, berichtete der britische Sender BBC. Seine 1999 veröffentlichte Autobiografie „Love Unlimited“ - unbegrenzte Liebe - trug den Untertitel: Einsichten in das Leben und die Liebe.

          Grammy erst im Jahr 2000

          In den 80er Jahren wurde es stiller um den Star. Vor zehn Jahren wagte er ein Comeback, veröffentlichte unter anderem Alben mit seinen größten Hits und räumte 2000 für die Platte „Staying in Power“ zwei „Grammy"-Musikpreise ab. Mit dem Lied „Staying Power“ wurde er als bester männlicher Sänger und als bester Interpret im Bereich Rythm & Blues ausgezeichnet. Er tauchte zudem in der Zeichentrickserie „The Simpsons“ sowie in der Kultserie „Ally McBeal“ auf, wodurch seine Musik zu neuen Ehren kam. Barry Whites Kuschelmusik aus den 70er Jahren sei noch heute aktuell, sagte ein Journalist des Musikmagazins „Rolling Stone“ dem US-Sender CNN. Außerdem seien dank der Schmuesesongs „viele Menschen nur wegen Barry White auf der Welt“. Die Konzerte mit der Band Love Unlimited Orchestra waren berühmt dafür, daß weibliche Fans ihre Unterwäsche auf die Bühne warfen.

          Wegen seiner Leibesfülle wurde der selbst ernannte „Maestro of Love“ (Meister der Liebe) auch hämisch „Walroß der Liebe“ genannt - eine Anspielung, unter der er litt. Im Mai beschloß der Stadtrat von Los Angeles, einen Park in Whites Heimatstadtteil nach der Soullegende zu benennen.

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