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Musik : „Invincible“? Michael Jackson will's noch mal wissen

  • -Aktualisiert am

Hat schon besser dagestanden: Michael Jackson, 42 Bild: dpa

Der King of Pop, Michael Jackson, will die Herzen der Teenies zurückerobern. Ende Oktober erscheint seine neue CD.

          Nach jahrelanger musikalischer Abstinenz will Michael Jackson wieder den Thron des Pop-Olymps besteigen.

          Dazu rühren der Super-Star und seine Plattenfirma Sony dieser Tage kräftig die Werbetrommel: Die neue Single „You Rock My World“ wurde weltweit an die Radiosender verteilt. Jackson feiert sich und sein 30. Jubiläum als Solokünstler am kommenden Wochenende mit großem Staraufgebot im New Yorker Madison Square Garden.

          Jacksons neue Platte mit dem Titel „Invincible“ („unbesiegbar“) ist sein erstes Studio-Album mit komplett neuem Material seit zehn Jahren. Seit 1997 war er nicht mehr auf Tournee. In den USA hat man „Jacko“ sogar elf Jahre schon nicht mehr live gesehen. Seine letzten beiden Alben „History“ (1995) und „Blood On The Dance Floor“ (1997) waren Zusammenstellungen alter Hits und neuer Songs und für Jacksons Verhältnisse nicht sonderlich erfolgreich.

          Klassiker des Genres: „Billie Jean“ und “Thriller“

          Denn der „King of Pop“ wird an dem gemessen, was ihn zur wohl größten Pop-Ikone der Welt werden ließ: Sein 1982er Album „Thriller“ verkaufte sich weltweit mehr als 50 Millionen Mal und ist damit die erfolgreichste Platte aller Zeiten. Die Songs „Billie Jean“ und „Thriller“ setzten Maßstäbe für den Pop der 80er. Die dazugehörigen Videos sind mittlerweile Klassiker des Genres. Allein 30 Millionen Dollar soll die zwei Jahre währende Produktion von „Invincible“ gekostet haben. R&B-Produzenten-Stars wie R. Kelly wurden verpflichtet. Carlos Santana ist als Gastmusiker vertreten. Über ein Jahr lang wurde der Erscheinungstermin immer wieder nach hinten geschoben. Nun ist der 29. Oktober als weltweiter Verkaufsstart avisiert.

          Hat Jackson finanzielle Probleme?

          In der Branche kursieren Gerüchte, wonach Jackson nicht ganz unfreiwillig auf die Bühne zurückkehren wird. So werden dem Popstar Schulden bei Sony nachgesagt, die er jetzt wieder einspielen soll. Seine monatlichen Rechnungen sollen sich auf 1,3 Millionen Dollar belaufen. Jackson habe sogar schon daran gedacht, seine 1985 erstandenen Rechte an den Beatles-Songs zu veräußern, um an Geld zu kommen, hieß es immer wieder in der Branche. US-Medien spekulieren gar über seinen drohenden finanziellen Ruin.

          Sollte Jacksons neue Platte kein Erfolg werden, könnte dies das Ende seiner beispiellosen Karriere bedeuten. „Es ist das erste Mal, dass er versuchen muss, eine Beziehung zu Fans aufzubauen, die nicht mit ihm aufgewachsen sind“, sagt Musikredakteur Joe Levy vom angesehenen Magazin „Rolling Stone“. Selbst Dave Glew, Präsident des Sony-Tochterlabels Epic Records, bei dem Jackson unter Vertrag steht, gestand dem US-Nachrichtenkanal Fox News: „Wir wissen, wir haben die erwachsenen Zuhörer schon auf unserer Seite, wir müssen aber noch die Teenies überzeugen.“

          Reinheitswahn und andere Skurrilitäten

          Tatsächlich ist Jackson in den vergangenen Jahren mehr durch private Skurrilitäten aufgefallen, wie seine gescheiterten Ehen mit Elvis-Tochter Lisa Marie Presley und Krankenschwester Debbie Rowe, seine angeblichen pädophilen Neigungen, Gesichtsoperationen und seinen Hygiene-Wahn als durch seine Musik. Um die heutigen Jugendlichen zu Jackson-Fans zu machen, umgibt sich der 43-Jährige nun mit deren Idolen. Bei seinen beiden Jubiläumskonzerten am Freitag und Montag in New York will er unter anderem mit Teenie-Schwarm Britney Spears, HipHop-Idol Missy Elliott, „Mr. Boombastic“ Shaggy und Latino-Star Ricky Martin auftreten.

          Außerdem steht die Vereinigung mit seinen Brüdern Jermaine, Tito, Jackie, Marlon und Randy an: Zum ersten Mal seit 20 Jahren werden die Jackson Five und The Jacksons wieder in Originalbesetzung auf der Bühne stehen, heißt es vollmundig.

          Sony gibt sich siegessicher

          Bei Sony/Epic gibt man sich siegessicher. Über das Album etwa sagte Epic-Chef Glew: „Es ist wundervoll und erstaunlich.“ Alle Verantwortlichen seien bei einer Vorführung im Juni aus dem Häuschen gewesen, berichtete Fox News. Und der „sensationelle Radiostart“ der Single „You Rock My World“, die am 8. Oktober in den Handel kommen soll, lasse auf einen „gigantischen Erfolg“ hoffen, hieß es bei der deutschen Epic-Vertretung. Weltweit sei der Song von den Sendern rauf und runter gespielt worden.

          Doch viele Kritiker meinen, dabei handle es sich mehr um Masse denn Klasse. Das Lied „ist nichts Besonderes (...) und wird bestimmt kein Blockbuster“, urteilte der Kritiker Alan Light von der Musikzeitschrift „Spin Magazin“. Dave Morales vom Sender KHKS-FM meinte enttäuscht, sein Radio-Programm bekomme so gut wie keinen Hörerwunsch nach dem Song. Und die „Los Angeles Times“ stellte ernüchtert fest: Die Spannung vor Erscheinen der Single sei besser gewesen als der Song selbst.

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