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Musik : Eminem Sieger bei American Music Awards

  • Aktualisiert am

Die Osbournes voll in Fahrt Bild: AP

Die als Gastgeber agierenden Osbournes wurden wegen obszöner Worte immer wieder stumm geschaltet, Sheryl Crow protestierte gegen Irak-Kriegspläne.

          HipHop-Star Eminem ist der große Sieger bei den 30. American Music Awards und hat gleich vier Preise abgeräumt. Die 21-jährige New Yorker R&B-Sängerin Ashanti wurde am Montag zur besten neuen Künstlerin des Jahres gekürt. Während die Rocker-Familie Osbourne, die in der Nacht zum Dienstag als Gastgeber durch die Show führte, wegen unzähliger obszöner Worte bei der Moderation von den Zensoren des Fernsehsenders ABC immer wieder stumm geschaltet wurde, nutzte Rockerin Sheryl Crow die Gala zu einem Protest gegen die Irak-Kriegspläne der US-Regierung.

          Eminem wurde als bester Künstler in den Kategorien Pop-Rock und R&B ausgezeichnet. Und auch sein Platinalbum „The Eminem Show“ schaffte es in beiden Sparten auf Platz eins. Zur Preisverleihung in Los Angeles war Eminem jedoch nicht angereist, seine Filmpartnerin im aktuellen Kinofilm „8 Mile“, Mekhi Phifer, nahm die Ehrung stellvertretend entgegen.

          Die fünffach nominierte und favorisierte Sängerin Ashanti (“Foolish“) bekam zwei Nachwuchsauszeichnungen im Genre R&B und Pop-Rock. Weitere Awards gingen an Sheryl Crow, Latin-Star Enrique Iglesias und die Alternative-Rocker von Creed. Als beste Frau unter den HipHoppern wurde Mary J. Blidge geehrt, beste HipHop-Band war Outkast. Auch Celin Dion und Enrique Iglesias konnten sich über Music Awards freuen, ohne selbst dabei zu sein. Zum besten Soundtrack wurde „Spiderman“ gekürt. Den per Online-Abstimmung vergebenen Fan-Award bekam Rapper Nellly. Er war mit seinem Album „Nellyville“ ebenso wie Eminem vier Mal nominiert, ging aber in den Wettbewerbskategorien leer aus.

          Die Rede der Osbournes als Farce

          Die im TV-Sender ABC übertragene Show hatten Ozzy Osbourne und seine ungezähmte Familie mit einer Schimpfkanonade anmoderiert. Der mit Kraftausdrücken gespickte Eröffnungs-Talk wurde von den Zensoren des Fernsehsenders ABC mit vielen Piepstönen überblendet, so dass Ozzy, seine Frau Sharon sowie die Kinder Kelly und Jack kaum zu verstehen waren. Die Familie um Altrocker Ozzy ist für eine an Schimpfworten reiche Sprache durch ihre Reality-Show beim Musik-Sender MTV bekannt. Die als Gag gedachten Verbal-Obszönitäten gerieten jedoch zur Farce, als immer mehr Preis-Präsentatoren die Programm-Regie mit dem „F-Wort“ zur Einblendung des Pieptons provozierten.

          Im Promi-Publikum saß unter anderem das einstige Pop-Traumpaar Britney Spears und Justin Timberlake - allerdings weit auseinander. „Warum seid ihr zwei Hübschen denn nicht zusammen?“, fragte Sharon neckisch - und folgerte: „Dann muss ich ihn wohl nehmen, Britney!“

          Sheryl Crow plädiert für Frieden

          Sheryl Crow, die 2002 den Hit „Soak Up The Sun“ gelandet hatte, gewann den Preis als beste Pop-Rock-Interpretin. Auf ihrem T-Shirt stand groß „War Is Not The Answer“ (“Krieg ist nicht die Anwort“); am Ende ihrer kurzen Dankesrede rief sie laut ins Publikum: „Peace, Peace This Year!“

          Der mutmaßliche Adressat ihres Appells, Präsident George W. Bush, meldete sich wenig später mittels einer Videobotschaft zu Wort, in der er die christliche Countryband Avalon für deren „lebenslange Liebe ihrer Heimat und des Staates“ ehrte.

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          Einen der Live-Auftritte absolvierte Christina Aguliera, die von Comedystar Davis Spade mit den Worten angesagt wurde: „Hier kommt Christina Aguilera - zum ersten Mal in der Öffentlichkeit mit Kleidern am Leib!“

          Die Nominierungen waren auf der Basis des kommerziellen Erfolgs von CDs und Singles der Musiker erfolgt. Das letzte Wort über die Preisvergabe hatten 20.000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Fans. Die American Music Awards gelten als Signalgeber für die renommierteren Grammys, die Ende Februar vergeben werden. Auch dabei gehört Eminem - neben Altrocker Bruce Springsteen - zu den großen Favoriten.

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