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Museumsinsel Berlin : So nicht, Mr. Chipperfield!

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Der Museumsinsel droht ein Desaster: Zwischen Pergamonmuseum und Neuem Museum sollen Glaskästen stehen Bild: Atelier Chipperfield

Das hat die Berliner Museumsinsel nicht verdient: David Chipperfields Entwurf für den Eingangsbau ist mißraten. Der Architekt hat einen Baukörper aus Glas und Stahl vorgeschlagen, dem jede Präsenz, jede Aura fehlt. Eine Analyse von Heinrich Wefing.

          4 Min.

          David Chipperfield gehört fraglos zu den bedeutenden Architekten der Gegenwart. Immer wieder, zumal im Museumsbau, hat er seine Fähigkeit bewiesen, Zeitgenössisches mit Historischem zu verbinden, ohne sich anzubiedern. Sein Gespür für Materialien ist intelligent, seine Räume besitzen beeindruckende Dichte. Um so schmerzlicher, daß ausgerechnet seinem Entwurf für ein Eingangsbauwerk auf der Berliner Museumsinsel all das fehlt.

          Just für die letzte freie Fläche auf der Insel, für den kostbarsten Baugrund der Hauptstadt zwischen Kupfergraben, Pergamonmuseum und Neuem Museum, unter den Augen von Schinkel, Stüler, Messel, Ihne, hat Chipperfield einen Baukörper vorgeschlagen, der jede Präsenz, jede Aura und alle Entschiedenheit vermissen läßt. Ein Kompromiß, in Glas gewickelt. So kann das einzigartige Ensemble der Museumsinsel nicht vollendet werden.

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