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Berliner Senat beschließt : Museen können schon vom 4. Mai an wieder öffnen

  • Aktualisiert am

Das Bode-Museum in Berlin Bild: dpa

Früher als erwartet können die Berliner Museen nach einem Senatsbeschluss unter strengen Bedingungen wieder ihre Türen öffnen. Auch andere Bundesländer denken über entsprechende Maßnahmen nach.

          3 Min.

          Die Museen in Berlin mit der berühmten Museumsinsel können schon vom 4. Mai an wieder öffnen. Dies beschloss der Senat am Dienstag. Auch in anderen Bundesländern wird über Lockerungen für bisher geschlossene Museen in der Corona-Krise beraten.

          Zunächst war der 11. Mai für erste Öffnungen der Museen im Gespräch. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach nach „spürbaren, schmerzhaften Einschnitten“ von einer „ersten Phase der Lockerung“. Es gebe aber „keine allgemeine Entwarnung“ in einer „sehr, sehr fragilen Situation“.

          Sämtliche Schritte stehen unter dem Vorbehalt, dass die jeweiligen Häuser die hygienischen Voraussetzungen und die während der Corona-Krise geltenden Distanzregelungen erfüllen können. In den Museen wird aktuell beraten, welche Häuser rasch öffnen können oder wo sich die Bedingungen nicht realisieren lassen.

          Die gut 170 staatlichen, städtischen und privaten Museen Berlins sind seit Mitte März geschlossen. Allein zu den Staatlichen Museen zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Die als Weltkulturerbe ausgewiesene Museumsinsel im Zentrum Berlins besuchten zuletzt jährlich gut drei Millionen Menschen.

          Bayern hat sich noch nicht festgelegt

          Der Berliner Senat beschloss außerdem, auch den Leihverkehr in Bibliotheken vom 4. Mai an wieder zu ermöglichen, wie Kultursenator Klaus Lederer (Linke) ankündigte. Die Theater der Stadt bleiben bis zum 31. Juli geschlossen und beenden damit die aktuelle Saison.

          Die Hamburger Kulturbehörde hat Gespräche mit den Museen aufgenommen, um zu erörtern, wie Konzepte für einen Betrieb aussehen könnten. „Die Ministerpräsidenten hatten angekündigt, darüber beim nächsten Treffen Ende April sprechen zu wollen. Da wollen wir dann vorbereitet sein, um schnell wieder anfangen zu können“, sagte Kultursenator Carsten Borsda (SPD).

          In Bayern steht noch nicht fest, wann die Museen wieder öffnen. Bayerns Kunstminister Bernd Sibler (CSU), der auch Vorsitzender der Kulturministerkonferenz ist, will sich für eine Öffnung der Museen unter strengen Hygiene- und Schutzmaßnahmen einsetzen. In Bayern gibt es viele berühmte Häuser, darunter die Pinakotheken und das Deutsche Museum in München oder das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg.

          In Frankfurt/Main wünschen sich die Verantwortlichen, „dass wir Anfang Mai wieder die Türen zum Städel-Museum und der Liebieghaus-Skulpturensammlung öffnen können“. Für den Museums- und Ausstellungsbetrieb gibt es einen Hygieneplan. Die Zahl der Besucher soll durch den Verkauf von Zeitfenstertickets im Onlineshop begrenzt werden, die Besucherführung im Museum verändert und mehr gereinigt werden.

          Vorreiterrolle von Museen

          In Sachsen sind Museen zumindest bis zur nächsten Woche weiter geschlossen. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hoffen nun auf den 4. Mai und bereiten sich auf eine schrittweise Öffnung ihrer Museen vor. Die Landesregierung will am 30. April über mögliche weitere Lockerungen ab dem 4. Mai beraten.

          Museen können aus Sicht des Deutschen Museumsbundes beispielhaft vorangehen bei der Rückkehr von kulturellen Angeboten. Der Verband verweist dazu auf Erfahrungen beim Besuchermanagement. Zudem ist durch verschiedene Maßnahmen eine Öffnung unter Einhaltung von Abstands- und Hygieneregeln möglich.

          Für die Museen hat der Verband eine Liste zusammengestellt, die bei der Vorbereitung einer Wiedereröffnung helfen soll. Darin geht es um Fragen der schrittweisen Öffnung, Begrenzung der Besucherzahlen, Besucherführung, Zeitfenster für Risikogruppen oder erweiterte Öffnungszeiten.

          Auch Kunstkritiker plädieren für eine „behutsame Wiedereröffnung“ der Museen. Beim Besuch von Kunstmuseen gebe es schon immer bestimmte Verhaltensregeln zum Schutz der ausgestellten Werke, sagte die Präsidentin der deutschen Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes AICA, Danièle Perrier, in Köln. Wie bei Blockbuster-Ausstellungen üblich, könne zum Beispiel eine nur begrenzte Besucherzahl pro Stunde zugelassen werden. Eine maximale Verweildauer und Schutzmasken könnten vorgeschrieben werden.

          Der Deutsche Bühnenverein fordert eine „schrittweise Normalisierung“ des Spielbetriebs der Theater- und Orchester. Es sei nun an der Zeit, auch bei der Kultur „vorsichtig nach vorne zu blicken“, teilte der geschäftsführende Direktor Marc Grandmontagne am Dienstag in Köln mit. Auch die Künste seien gerade in diesen Zeiten „systemrelevant“, sagte Bühnenvereins-Präsident Ulrich Khuon. „Sie können der Gesellschaft Halt geben und dabei helfen, wieder Hoffnung zu schöpfen.“ Die neuen digitalen Theaterkonzepte seien langfristig kein Ersatz für den Kontakt zum Publikum.

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