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Modewoche Mailand : Dandy-Look der Weltkulturen - Herrenmode 2003

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Gianfranco Ferre findet Männer ohne Hemden toll - im Sommer 2003, jetzt in Mailand zu sehen Bild: dpa

In Mailand zeigen Männer, wie sie morgen aussehen wollen - auf den Herren-Modenschauen internationaler Markennamen.

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          Der Mann trägt im Frühjahr/Sommer 2003 bestickte Bomberjacken aus Seide, handbemalte Kimonos und floral gemusterte Hemden. Alles tief getaucht in japanische Ornamentik, auch mit pornografischen Motiven. Auf Schuhabsätzen verstecken sich anzügliche Botschaften („fuck me“). Nadelstreifenanzüge im Al Capone- Stil prägen dann den klassischen Part der Kollektion. All dies ist bis zum Donnerstag auf den Herrenmodenschauen „Milano Moda Uomo“ in Mailand zu sehen.

          Kurz vor dem Ende der Fußballweltmeisterschaft ist Japan das große Thema der Show des italienischen Modehauses Gucci gewesen. Hawaiianische und asiatische Elemente akzentuierten auch bei der Schau des Mailänder Trendsetters Prada den modernen Dandy-Look. Die typischen Blumengirlanden der Südsee wurden stilisiert umgesetzt und über Anzügen getragen. Gewickelte, bedruckte Seidenhemden mit Kurzarm steckten in knielangen, bundlosen Hosen. Zu sehr kurzen Shorts kombinierte Miuccia Prada Leinen-T-Shirts mit Knitteroptik. Schmale Krawatten verwandelten sich in Zierblenden. Hüfttaschen und weiche Schuhe rundeten das Bild ab.

          Kräftige Farben, deutliche Folklorezeichen

          Roberto Cavalli hingegen orientierte sich an der Kleidung mexikanischer und amerikanischer Indianer. Üppige Stickereien, Drucke und Ornamente in teils kräftigen Farben ahmen in seiner Kollektion die Symbolik der Stämme nach und schmücken sämtliche Kleidungsteile, vor allem Hosen, Pullis und derbe Strickjacken.

          Vivienne Westwood nimmt stolz den Applaus entgegen, den sie für ihre Herrenkollektion Sommer 2003 in Mailand erhalten hat
          Vivienne Westwood nimmt stolz den Applaus entgegen, den sie für ihre Herrenkollektion Sommer 2003 in Mailand erhalten hat : Bild: AP

          Gianfranco Ferré hielt sich in seiner jungen GFF-Linie an das klassische Safari-Thema. Zu seinen Anzügen gehören Sakkos mit aufgesetzten Taschen, um die Jacken liegen Gurte, und die Bermuda- Shorts sind aus Leinen. Weiße Ensembles aus leichter Organza machen auch heiße Sommertage erträglich.

          Wie schon-mal-angezogen

          Patchwork-Hemden in folkloristischen Mustern finden sich in der Kollektion des Japaners Issey Miyake - inzwischen entworfen von seinem Landsmann Naoki Takizawa. Ergänzt werden sie von bequem weit geschnittene Hosen mit farbigen Seitenstreifen. Das Futter einiger Sakkos wiederholt sich als Hemdenstoff, andere Jacken wiederum kann man wenden. Viele Materialien erwecken den Eindruck des Gebrauchten.

          Ganz anders der Stil von Valentino: Glanz und Glamour dominieren. Die Machotypen, die der Römer auf den Laufsteg schickt, tragen ihre teils bestickten Chiffonhemden offen bis zum Bauchnabel oder lassen ihren muskulösen Körper durch schwarze Transparenz schimmern. Hin und wieder zieren Schlangen-Motive die Kleidungsstücke.

          Lässig: zu groß und zu bunt ist schön

          Das Hemd bei Burberry Prorsum schimmert in glänzendem zweifarbigem Streifendesign. Die englische Marke interpretiert das Karo - der Burberry-Klassiker schlechthin - völlig neu, indem sich Streifen überkreuzen und an den Schnittstellen Karo-Effekte entstehen.

          Jil Sander empfiehlt sehr sportliche Mode. In der Show am Dienstag waren Reißverschlüsse Leitmotiv. Sie schließen Sakkos, aufgesetzte Taschen, sie teilen Pullover und folgen dem Verlauf von Gürteln. Lässig weite Hosen, oft mit Trägern, treffen auf Oberteile in Neonfarben. Andere Kombinationen lehnen sich an den Kolonial- und Safaristil an. Weiße Hemden gehören zur Basis der Kollektion, getragen zum Business-Anzug, aber auch unter Sakkos im Creme-Ton.

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